Mehr Kinder erhielten Hilfe wegen Erziehungsproblemen. Zuletzt haben etwas mehr Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Unterstützung wegen Problemen in der Erziehung erhalten.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. September 2019 (11:30)
APA (Archiv/dpa)
Unterstützung wegen Problemen in der Erziehung

Die Zahl der Fremdunterbringungen ging zeitgleich leicht zurück, berichtete die Statistik Austria. Im Jahr 2018 bekamen 36.255 Minderjährige im Familienverband Beistand durch die Kinder- und Jugendhilfen, um zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Kann der Verbleib in der Familie nicht aufrechterhalten werden, wird die sogenannte volle Erziehung in Form der Betreuung bei Pflegepersonen oder in sozialpädagogischen Einrichtungen angeordnet. 2018 war das für 13.325 Minderjährige der Fall, um 278 bzw. zwei Prozent weniger als im Vorjahr. 60 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen lebten in Einrichtungen, 40 Prozent bei Pflegeeltern.

Sowohl in der Unterstützung (55 Prozent) als auch in der vollen Erziehung (54 Prozent) war der Anteil der Buben höher. Im Rahmen der Unterstützung der Erziehung war knapp mehr als die Hälfte der Betreuten sechs bis unter 14 Jahre alt, ein Viertel war 14 bis unter 18 Jahre, 24 Prozent waren jünger als sechs. In Fremdunterbringung entfiel auf die sechs- bis unter 14-Jährigen (43 Prozent) und die 14- bis unter 18-Jährigen (41 Prozent) ein annähernd gleich hoher Anteil, während die Jüngsten 15 Prozent ausmachten.

Bereits unterstützte Jugendliche können nach Erreichen der Volljährigkeit weiter Hilfe erhalten. 2018 wurden 1.974 junge Erwachsene (18 bis unter 21) fremduntergebracht betreut und 1.057 in der Familie unterstützt. Auf die zeitliche Verlängerung besteht kein Rechtsanspruch, die Anzahl der Betreuten ist laut Statistik Austria gegenüber 2017 stark gestiegen: außerfamiliär/stationär um 8,4 Prozent, familiär/ambulant sogar um 19,8 Prozent.

Nach Bundesländern betrachtet zeigten sich große Unterschiede. 20 Prozent der Kinder, die Unterstützung der Erziehung erhielten, lebten in Niederösterreich, 18 Prozent in der Steiermark und 17 Prozent in Wien. Bei der vollen Erziehung lag Wien mit 30 Prozent der österreichweit betreuten Kinder deutlich vorn - Niederösterreich und die Steiermark hielten bei jeweils 15 Prozent. In Relation zur gleichaltrigen Wohnbevölkerung kamen bei der Unterstützung der Erziehung im Burgenland auf 1.000 Minderjährige 34, in Oberösterreich nur 17 Betreute, der Durchschnitt lag bei 24. In der vollen Erziehung reichte der Wert von zwölf in Wien bis sechs in Tirol (Durchschnitt: neun).

Auch bei den Hilfen für junge Erwachsene gab es deutliche Unterschiede: Erhielten in Vorarlberg elf von 1.000 18- bis unter 21-Jährigen weiter Unterstützung in ihrer Herkunftsfamilie, kam das laut Statistik Austria in Niederösterreich und Wien praktisch nicht zur Anwendung. Im Bereich der außerfamiliären Betreuung lag die Quote zwischen zehn (Kärnten) und fünf (Burgenland).

Gekostet haben die Erziehungshilfen insgesamt 660 Millionen Euro, um 27 Millionen bzw. 4,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Minus der Kostenersätze durch Unterhaltspflichtige in Höhe von 44 Mio. Euro blieben den Ländern und Gemeinden Nettoausgaben von 616 Mio. Euro. Wien hatte den größten Anteil (22 Prozent), gefolgt von der Steiermark (17 Prozent) sowie Nieder- und Oberösterreich (16 bzw. 15 Prozent).