Österreicher können wieder in Spanien urlauben. Ein weiters beliebtes Urlaubsland der Österreicher kann ab Sonntag wieder ohne Einschränkungen bereist werden. Weder bei der Einreise nach Spanien noch bei der Rückkehr nach Österreich gibt es ab 21. Juni Beschränkungen, wie Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Donnerstag in Wien mitteilte. Insgesamt gilt damit aktuell für 32 Länder die volle Reisefreiheit.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 18. Juni 2020 (15:18)
Außenminister Schallenberg und sein deutscher Amtskollege Heiko Maas
APA

Spanien sei in einem "enormen Ausmaß" von der Pandemie betroffen gewesen, so Schallenberg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas. Umso mehr sei es "ein positives Zeichen", dass die Reisefreiheit nun wieder gewährleistet werden könne.

Bisher war bei der Rückkehr aus Spanien, eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit, ein Covid-Gesundheitszeugnis nach einem negativen Coronatest oder eine verpflichtende 14-tägige Heimquarantäne verpflichtend.

Die spanische Regierung hatte ihrerseits bereits am vergangenen Sonntag angekündigt, die Grenzen für Einreisende aus den EU-Staaten des Schengen-Raums mit der Ausnahme Portugals am 21. Juni, also kommenden Sonntag, wieder zu öffnen. Offiziell entwickelt sich die Corona-Statistik in Spanien positiv, doch beschuldigt die Opposition die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez, die Zahlen zu schönen. 16.000 Tote sollen in der Statistik "verheimlicht" worden sein, so der Vorwurf der Volkspartei (PP).

Zur Frage, ob ihn dies nicht beunruhige, äußerte sich Schallenberg nicht. Angesprochen auf eine mögliche Rücknahme von Grenzöffnungen sagte der Außenminister, dass eine Beschränkung der Reisefreiheit im Falle einer zweiten Welle nicht ausgeschlossen werden könne.

Im März hätten alle erlebt, "wie schnell die Situation kippen kann", wie schnell Grenzen geschlossen und Flug- oder Zugverbindungen gestrichen werden können, erklärte Schallenberg. Deshalb bleibe auch der "Reisehinweis" des Außenministeriums, das "dringend von allen nicht notwendigen Reisen, insbesondere von allen Urlaubsreisen" abrät, aufrecht. Für den gesamten Globus bestehe weiterhin ein "hohes Sicherheitsrisiko", erinnerte Schallenberg, der daraus aber "überhaupt keine" rechtlichen Konsequenzen ableitete. "Global gesehen befinden wir uns mitten in der Pandemie", betonte er einmal mehr und appellierte an die Eigenverantwortung, vor allem bei Auslandsreisen.

Eine Reisewarnung sei "kein Reiseverbot", aber auch keine Einladung zum Reisen, so Maas. Jeder einzelne müsse eigenverantwortlich handeln, hielt auch er fest. Deutschland werde jedenfalls im Sommer "nicht noch einmal" eine große Rückholaktion für gestrandete Urlauber starten.

Laut der Johns Hopkins Universität gibt es derzeit mehr als 8,3 Millionen bestätigte Covid-Fälle und knapp 450.000 Tote. Spanien zählt 244.683 bestätigte Covid-Fälle, knapp 27.140 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.

In Portugal entwickelten sich die Zahlen noch nicht in die richtige Richtung, begründete eine Sprecherin des Außenamtes die noch bestehenden Beschränkungen für das Urlaubsland an der Atlantikküste. Spanien öffnet seine Grenzen zu Portugal am 1. Juli. Neben Portugal bleiben für Österreicher weiterhin Maßnahmen für Schweden und das aus der EU ausgetretene Land Großbritannien aufrecht. Hier werde die Situation "laufend evaluiert", sagte Schallenberg.

Sowohl Maas als auch Schallenberg sprachen sich für ein koordiniertes Vorgehen der EU bei der Aufhebung der Reisebeschränkungen gegenüber Drittstaaten aus. Bei den Kriterien, aber auch bei den Länderlisten wünsche er sich eine "sehr stark harmonisierte" europäische Vorgehensweise, so Maas.

Nach dem Arbeitsgespräch mit Schallenberg stand für Maas noch ein Termin bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf der Agenda. Einigkeit bestehe darüber, "dass nur ein starkes, vereintes Europa auf der Weltbühne wichtige Beiträge für Frieden und Wohlstand" leisten könne, berichtete Van der Bellen danach via Twitter. Auch über die Zukunft der EU nach der Coronakrise, den Green Deal, die Klimakrise, den Nahostfriedensprozess, die Beziehungen zu den USA, China, Russland und Europas Rolle in der Welt habe man sich ausgetauscht. Deutschland übernimmt mit 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft von Kroatien.