Baden: Sechs Verletzte nach Messerattacke. Zu einer brutalen Bluttat mit insgesamt sechs Verletzten ist es in der Nacht auf heute in Baden gekommen. Als Beschuldigter gilt ein 19-jähriger Österreicher, der festgenommen wurde. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Als Motiv wird ein Beziehungsstreit vermutet. Die Opfer sind 16 bis 63 Jahre alt.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 21. Mai 2020 (09:36)

Nachdem ca. gegen 22.30 Uhr im Bereich Weikersdorfer Platz eine Person mit einem Messer schwer verletzt wird, kommt es zu einem Großeinsatz für Polizei und Rettung in Baden. Ein Rettungswagen und der Notarzt sowie zahlreiche Polizeistreifen eilen zu Hilfe. Eine Person wird mit Rettung und Notarzt ins Krankenhaus gebracht, der Täter war weiter auf der Flucht.  

Wenig später kommt es im Bereich der Vöslauer Straße, vor einem Supermarkt, zum nächsten Einsatz für Polizei und Rettung. Nach ersten Informationen dürfte es dort weitere drei Verletzte gegeben haben. Ein Großaufgebot von Polizei sowie Diensthunde durchsuchen die Gegend nach dem flüchtigen Täter.

Auf dem Grundstück einer Villa in der Elisabethstraße kann dann schließlich der Beschuldigte - auch er soll schwer verletzt gewesen sein - von der Polizei überwältigt werden. Er muss vor Ort vom Notarzt versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht werden. Ein weiteres, fünftes Opfer soll ebenso verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden sein.

Genaue Hintergründe waren bislang noch nicht zu erfahren, auch kein genauer Tathergang. Die Ermittlungen der Polizei laufen. Fest steht nur, dass es an zumindest drei Tatorten, sechs zum Teil schwer verletzte Personen (darunter auch der Täter) gegeben hat. Durch die umliegenden Gassen zeugen zahlreiche Blutspuren sowie blutverschmierte Fahrzeuge wie brutal die Tat gewesen sein muss.

Beziehungsstreit offenbar Auslöser

Mittlerweile sind nähere Details bekannt geworden. 

Zunächst soll der Beschuldigte am späten Mittwochabend am Weikersdorfer Platz in der Kurstadt eine Person verletzt haben. Vier weitere Menschen wurden laut Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner auf APA-Nachfrage wenig später nahe einem Lebensmittelmarkt in der Vöslauer Straße attackiert. Eines der Opfer dabei war ein an sich unbeteiligter 63-Jähriger.

Weil der Täter flüchtete, wurde eine Großfahndung eingeleitet, sagte Schwaigerlehner. Daran beteiligt waren zahlreiche Streifen aus Baden und Umgebung, auch zivile. Im Einsatz standen zudem Diensthundeführer, Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich, die in der Folge die weiteren Ermittlungen übernommen haben, sowie kurzzeitig die Flugpolizei mit einem Hubschrauber.

Der Beschuldigte wurde in einem Garten in der Elisabethstraße festgenommen. Er war ebenfalls verletzt, dürfte sich die Schnittwunden am Arm jedoch selbst zugefügt haben. Bei der Festnahme des 19-Jährigen wurde auch ein Messer sichergestellt, teilte der Polizeisprecher mit.

Der Beschuldigte wurde ebenso wie zwei Opfer ambulant versorgt. Drei Verletzte wurden stationär im Krankenhaus aufgenommen. Es bestehe keine Lebensgefahr, betonte Schwaigerlehner.

Weil es sich bei einer verletzten 16-Jährigen um die Ex-Freundin des Beschuldigten handeln soll, gilt ein Beziehungsstreit als mutmaßliches Motiv für die Bluttat. Die weiteren Opfer sind ein 16-, 19- und 21-Jähriger sowie der Mann (63).

Die Einvernahme des Beschuldigten sollte am Donnerstagnachmittag stattfinden. Dem jungen Mann wird laut Schwaigerlehner neben den Messerattacken auch zur Last gelegt, in der Vöslauer Straße ein Fahrrad auf die zwei Autos geworfen zu haben.