Marine stellt Suche nach U-Boot-Besatzung ein. Zwei Wochen nach dem Verschwinden des argentinischen U-Boots mit 44 Besatzungsmitgliedern an Bord hat die Marine die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Dezember 2017 (05:48)
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28 Rettungsschiffe und neun Flugzeuge waren an Suche beteiligt

Es gehe jetzt nur noch um das Auffinden des Schiffes und nicht mehr um die Rettung der Crew, sagte Marine-Sprecher Enrique Balbi am Donnerstag. Er könne nach wie vor nicht bestätigen, dass die Besatzung ums Leben gekommen sei.

In dem durchsuchten Gebiet sei kein Wrack gefunden worden, sagte Balbi weiter. Die internationalen Rettungsbemühungen hätten aber schon doppelt so lange gedauert wie die geschätzte Überlebensdauer in einem U-Boot, das nicht auftauchen könne. Laut Balbi beginnt nun eine neue Phase bei der Suche nach der "ARA San Juan". Die Marine werde 450 Kilometer vor der Küste Patagoniens weiter nach dem U-Boot suchen.

An der Suche beteiligen sich 28 Rettungsschiffe und neun Flugzeuge aus aller Welt mit insgesamt rund 4.000 Einsatzkräften.

Die Angehörigen der Vermissten nahmen die Ankündigung der argentinischen Marine mit unterschiedlichen Gefühlen auf. "Sie haben die letzte Hoffnung weggeworfen, die wir noch hatten", sagte der 46-jährige Luis Tagliapietra, dessen Sohn zur U-Bootbesatzung gehörte. Jorge Villareal, dessen Sohn ebenfalls auf der "ARA San Juan" war, weigerte sich dagegen, die Hoffnung aufzugeben. "Ich bewahre meine Hoffnung und meinen Glauben", sagte Villareal.

Der Kontakt zur "ARA San Juan" und ihren 44 Besatzungsmitgliedern war kurz nach der letzten Funkverbindung am 15. November abgebrochen. In dem Funkspruch hatte das im Südatlantik verschollene 34 Jahre alte U-Boot deutscher Produktion einen Kurzschluss und ein Feuer gemeldet. Verursacht wurde der Zwischenfall offenbar durch Wasser, das durch den Schnorchel ins U-Boot eingedrungen war.

Vergangene Woche hatte die Marine bekannt gegeben, dass sich wenige Stunden nach Abbruch des Funkkontakts im Südatlantik eine "Explosion" ereignet habe. Es gibt demnach keine Hoffnung mehr, die Besatzungsmitglieder lebend zu finden. Offiziell für tot erklärt hat die argentinische Marine sie allerdings noch nicht.