Mikl-Leitner für Freigabe für über 65-Jährige. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ist am Freitag für eine Freigabe des Corona-Vakzins von AstraZeneca für über 65-Jährige eingetreten.

Von APA / BVZ.at. Update am 05. März 2021 (11:57)
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In die Pflicht genommen wurde das Nationale Impfgremium, das "diesbezüglich mehr Tempo" aufnehmen und die aktuelle Altersbeschränkung umgehend aufheben solle, sagte die Landeschefin dem ORF Niederösterreich.

Bei Menschen über 65 Jahren herrsche großes Interesse an dem Serum. Sie selbst werde immer wieder mit entsprechenden Anliegen konfrontiert. "Die Über-65-Jährigen haben zurecht überhaupt kein Verständnis, warum sie das nicht dürfen." Eine Aufhebung der Beschränkung sei ganz im Sinne der betroffenen Altersgruppe.

Am Freitagvormittag empfahl das Impfgremium AstraZeneca nun auch für über 65-Jährige. Wegen der eingeschränkten Datenlage war zuvor in vielen Ländern eine Empfehlung abgegeben worden, vorerst insbesondere Personen unter 65 Jahren zu impfen. 

Ähnlich äußerte sich vor der Freigabe auch der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger. Er erinnerte, dass AstraZeneca in der EU bereits seit Jänner für alle über 18-Jährigen freigegeben ist. Nur Österreich und Deutschland hätten den Weg von Altersbeschränkungen gewählt.

Die zunächst noch unsichere Datenlage bestehe aktuell nicht mehr, befand Bachinger mit Verweis auf eine breite Studie aus Schottland "mit sehr guten Ergebnissen". Die Conclusio des Patientenanwalts: "Der AstraZeneca-Impfstoff wirkt auch bei der älteren Personengruppe sehr gut", relevante Unterschiede zu anderen Corona-Vakzinen gebe es nicht.

Königsberger-Ludwig: Warten auf Impfgremium 

Eine Impffreigabe von AstraZeneca für über 65-Jährige in NÖ erteilte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) in der ZIB2 am Donnerstag noch eine Absage. „Wir haben das intensiv diskutiert und wollen das im Moment nicht." Wenn das nationale Impfgremium den Impfstoff letztendlich auch für ältere Menschen zulässt, wolle man den Impfstoff aber "sehr bald" in Niederösterreich für diese Gruppe freischalten.

Der Kritik, dass das Land NÖ damit den Impfplan verzögere bzw. abbreche, wies Königsberger-Ludwig von sich. "Wir halten uns an den Impfplan und an die Impf-Prioritäten des nationalem Impfgremiums."

In Wien werden bereits jetzt schon über 65-Jährige mit dem AstraZeneca-Wirkstoff geimpft.