Emotionaler erster Lakers-Auftritt nach Bryant-Tod. Das erste Spiel der Los Angeles Lakers nach dem Unfalltod von Kobe Bryant ist zum emotionalen Tribut an den früheren Basketball-Superstar und dessen Tochter Gianna geworden. LeBron James hielt eine berührende Rede vor der Partie. Gegen die Portland Trail Blazers verloren die Lakers daheim im Staples Center 119:127. Diese Niederlage rückte aber klar in den Hintergrund.

. Erstellt am 01. Februar 2020 (10:31)
LeBron James hielt bewegende Rede
APA/dpa/ag.

James und seine Teamkollegen liefen sich in Trikots mit den Nummern 24 und 8 warm - jene Nummern, die Bryant einst trug. 2016 hatte dieser seine Karriere in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga beendet, er hatte immer nur für die Lakers gespielt. Am vergangenen Sonntag waren Bryant, seine Tochter Gianna und sieben weitere Menschen bei einem Hubschrauberabsturz in Südkalifornien ums Leben gekommen.

Sänger Usher stimmte das Gedenken vor dem Spiel mit dem Gospellied "Amazing Grace" an. Die Gruppe Boyz II Men sang die US-Nationalhymne. Für 24,2 Sekunden wurde es dann still in der Halle - Schweigen als Ausdruck der Trauer um Bryant und dessen 13 Jahre alte Tochter, die als Nachwuchsspielerin die Nummer 2 getragen hatte.

In einem bewegenden Videotribut ließen sich Lakers Bryant auch noch einmal zu Wort kommen. In dem Zusammenschnitt aus früheren Interviews, Spielszenen und Höhepunkten seiner Karriere sprach er über seine Liebe zu dem Sport und zu seiner Familie.

James verlas die Namen der insgesamt neun Opfer des Hubschrauberabsturzes, der neue Star der Lakers war zu Tränen gerührt. Statt von einem Zettel abzulesen, wolle er vom Herzen sprechen, sagte der 35-Jährige und warf ein Stück Papier auf den Boden. Kobe sei wie ein Bruder für ihn gewesen. Sie hätten beide darum gekämpft, zu gewinnen und großartig zu sein. Alle würden um den Sportler trauern, aber dieser Abend solle eine Feier für Kobe sein.

"Mit den Worten von Kobe Bryant: 'Mamba Out'. Aber in unseren Worten: 'Nicht vergessen'. Lebe weiter, Bruder", sagte James zum Schluss seiner Ansprache. Er erinnerte damit an das Karriereende von Bryant - Spitzname "Black Mamba" - in der NBA. Nach seinem letzten Spiel in der Profiliga hatte er sich mit dem Spruch "Mamba Out" verabschiedet.

In der gegen Halbzeit gegen Portland trugen auch noch Rapper Wiz Khalifa und Sänger Charlie Puth ihren Hit "See You Again" in der ausverkauften Halle vor - nur zwei Plätze blieben leer, absichtlich. Geschmückt mit roten Rosen und Trikots mit den Nummern 24 und 2. Dort hatten Bryant und seine Tochter bei ihrem letzten Besuch Ende Dezember gesessen, wie US-Medien berichteten.

Witwe Vanessa Bryant stellte ein Foto von den geschmückten Plätzen in der Nacht zum Samstag auf Instagram. Dazu schrieb die vierfache Mutter: "Es gibt keine #24 ohne #2", versehen mit Herz-Emojis und mehreren Hashtags, darunter #OurAngels.

NBA-Ergebnisse vom Freitag: Detroit Pistons - Toronto Raptors 92:105, Brooklyn Nets - Chicago Bulls 133:118, Houston Rockets - Dallas Mavericks 128:121, New Orleans Pelicans - Memphis Grizzlies 139:111, Milwaukee Bucks - Denver Nuggets 115:127, Phoenix Suns - Oklahoma City Thunder 107:11, Los Angeles Lakers - Portland Trail Blazers 119:127