Suche nach vermisstem Fußball-Profi Sala geht weiter. Die Suche nach dem bei einem Flug verschollenen Fußball-Profi Emiliano Sala konzentriert sich nun auf ein Rettungsfloß. Das teilte die Polizei auf der britischen Kanalinsel Guernsey am Mittwoch mit.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. Januar 2019 (13:28)
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Sala war auf dem Weg von Nantes nach Cardiff

Die Rettungskräfte hatten die Suche im Ärmelkanal in der Früh wieder aufgenommen, nachdem sie über Nacht ausgesetzt worden war. Dabei konzentrieren sich die Retter darauf, dass sich Sala und sein Pilot in ein Floß gerettet haben könnten, das an Bord des verschollenen Kleinflugzeugs war. Weitere Szenarien seien, dass das Flugzeug auf Land heruntergegangen sein könnte, dass die beiden Männer von einem Schiff aufgenommen wurden oder dass das Flugzeug beim Aufprall auf dem Wasser zerschellt sein könnte, so die Polizei in einer Twitter-Mitteilung. "Unser Suchgebiet ist schwerpunktmäßig auf die Rettungsfloß-Option ausgerichtet."

Im Einsatz seien zwei Flugzeuge, die ein Gebiet absuchten, in dem aufgrund der Gezeiten und des Wetters am wahrscheinlichsten mit einer Entdeckung zu rechnen sei. Auch die Küste der Insel Alderney und weitere Inseln und Felsen stünden im Fokus der Suche nach dem Argentinier, hatte die Polizei bereits am Vormittag mitgeteilt.

Die Rettungskräfte haben aber kaum noch Hoffnung, Sala und den Piloten noch lebend zu finden. Einer der Retter befürchtete "das Schlimmste". Das Meerwasser sei "so kalt momentan", sagte der leitende Offizier der Kanalinsel-Luftrettung, John Fitzgerald. Die Polizei auf der britischen Insel Guernsey erklärte: "Wir haben keine Hinweise auf diejenigen an Bord gefunden. Wenn sie auf dem Wasser gelandet sein sollten, sind die Überlebenschancen in diesem Stadium gering."

Der Pilot der einmotorigen Piper PA-46 Malibu habe kurz vor dem Verschwinden der Maschine bei der Luftraumüberwachung darum gebeten, die Flughöhe verringern zu dürfen. Kurz darauf habe die Luftraumüberwachung auf Jersey den Kontakt zu dem Kleinflugzeug verloren.

Sala äußerte in einer Sprachnachricht große Sorge, das Flugzeug könne verunglücken. Der ehemalige Stürmer des FC Nantes war nach einem Millionentransfer auf dem Weg zu seinem neuen Verein Cardiff City. "Ich bin hier oben im Flugzeug, das anscheinend gleich in seine Einzelteile zerfällt, und bin auf dem Weg nach Cardiff", heißt es in der Sprachdatei, die Sala an befreundete Fußballer schickte. "Wenn ihr in eineinhalb Stunden keine Neuigkeiten von mir hört: Ich weiß gar nicht, ob die überhaupt jemanden schicken, um nach mir zu suchen, weil sie mich sowieso nicht finden werden. Dann wisst ihr schon Bescheid. Papa, ich habe solche Angst."

Der Vater des Spielers, Horacio Sala, bestätigte der argentinischen Zeitung "Clarin" die Authentizität der rund einminütigen Aufnahme. Erst vor wenigen Tagen war Salas Wechsel vom FC Nantes zu Cardiff City bekanntgeworden. Am Dienstagabend hatten sich Hunderte Anhänger des westfranzösischen Vereins in der Innenstadt von Nantes versammelt, um Blumen niederzulegen, wie der Radiosender Franceinfo berichtete.

"Wir sind sehr besorgt um die Sicherheit von Emiliano Sala", sagte der Vorsitzende von Cardiff City, Mehmet Dalman, der britischen Zeitung "Guardian". Nach Angaben seines neuen Vereins sollte am Dienstag sein erster Tag mit dem Team sein. Das Training wurde letztlich abgebrochen.

Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona sagte auf das Verschwinden seines Landsmanns angesprochen, er hoffe, dass die Maschine versehentlich den falschen Flughafen angeflogen habe "und dass man ihn lebend findet".

In Salas Heimatstadt Progreso sagte der Vater des Verschollenen: "Die Zeit verstreicht und ich weiß nichts, das lässt mich das Schlimmste befürchten." Die Mutter des Spielers, Mercedes Sala, sagte im argentinischen Fernsehen, dass die Maschine dem Cardiff-Clubchef Mehmet Dalman gehörte. Cardiff-Manager Ken Choo äußerte sich "sehr schockiert. Wir beten weiter für positive Nachrichten."