Totes Baby: Mutter entgeht U-Haft. Nach dem Fund eines toten Säuglings in Weikendorf ist die 18-jährige Mutter wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Landesgericht Korneuburg gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf U-Haft nicht Folge.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. Dezember 2018 (13:04)
Hier wurde das Baby abgelegt
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Der Richter sah keine Haftgründe vorliegen, bestätigten Staatsanwalt Friedrich Köhl und der Rechtsanwalt der 18-Jährigen, Wolfgang Blaschitz, auf Anfrage Online-Medienberichte.

Gegen die Frau wird laut Köhl wegen Mordverdachts ermittelt (NÖN.at berichtete). Für Verbrechen, die mit einer mindestens zehnjährigen Freiheitsstrafe bedroht sind, ist zwar eine bedingt obligatorische Untersuchungshaft vorgesehen. Da es sich bei der 18-Jährigen um eine junge Erwachsene handelt, gelten jedoch andere Bestimmungen.

Die junge Frau gab an, nichts von der Schwangerschaft gewusst zu haben. Sie habe keine Lebenszeichen bei dem Säugling wahrgenommen und keine lebenserhaltenden Maßnahmen gesetzt. Die junge Frau wurde am Sonntag enthaftet. Ihr Vater und ihr Freund holten sie von der Justizanstalt ab, so Blaschitz.

Mutter laut Anwalt möglicherweise nicht zurechnungsfähig

Der Rechtsanwalt rechnet damit, dass es im Fall einer Anklage um Paragraf 79 Strafgesetzbuch (Tötung eines Kindes bei der Geburt) gehen werde, bestätigte er einen Bericht auf oe24.at. In diesem Fall beträgt der Strafrahmen bis zu fünf Jahre, für junge Erwachsene bis zu zweieinhalb Jahre. Außerdem sah Blaschitz Anhaltspunkte, wonach die junge Frau wegen der Geburt nicht zurechnungsfähig gewesen sei und das Ermittlungsverfahren deshalb nach einem entsprechenden Gutachten eingestellt werden könnte.

Die 18-Jährige habe nichts von der Schwangerschaft mitbekommen und das Baby am 7. November im Elternhaus zur Welt gebracht, berichtete Blaschitz nach der zweistündigen Einvernahme der jungen Frau am Sonntag. Auch ihre Eltern und ihr Freund soll nichts davon mitbekommen haben. Ihrem Umfeld soll aufgefallen sein, dass sie zugenommen habe. Die Schulabbrecherin sei mit der Situation bei der Geburt "völlig überfordert" gewesen, sagte der Rechtsanwalt. Die 18-Jährige hatte laut ihren Angaben keine Lebenszeichen bei dem Säugling wahrgenommen. Danach habe sie das Kind vergraben.

Das tote Baby wurde vergangenen Donnerstag von einem Gemeindemitarbeiter in einem Gebüsch entdeckt. Dem Obduktionsergebnis zufolge wäre der männliche Säugling lebensfähig gewesen.