Überraschungssieg von Jacquelin bei Verfolgung. Der Franzose Emilien Jacquelin hat sich überraschend den Biathlon-WM-Titel in der Verfolgung gesichert. Der 24-Jährige stürmte am Sonntag vom sechsten Rang nach dem Sprint ohne Fehlschuss knapp vor Topstar Johannes Thingnes Bö zu seinem bisher größten Erfolg. Sprintsieger Alexander Loginow aus Russland holte Bronze. Felix Leitner landete mit zwei Strafrunden wie am Samstag an der neunten Stelle.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 16. Februar 2020 (16:20)
Emilien Jacquelin hängt im Finish J.T. Bö ab
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"Wieder Top Ten, ich kann nicht meckern. Es waren ein paar Schönheitsfehler dabei, aber man braucht auch ein bisschen Glück. Ich freue mich gleich wie gestern", betonte Leitner. Simon Eder machte mit fehlerfreier Schießleistung 25 Positionen gut und wurde Zwölfter. "Das hat mich auch selber überrascht, weil ich den ganzen Winter immer wieder mit Wehwehchen zu kämpfen hatte. Dieses Rennen gibt mir einen gescheiten Schub", freute sich Eder, der als einziger neben Jacquelin alle Scheiben getroffen hatte.

Julian Eberhard verbesserte sich trotz vier Strafrunden vom 26. auf den 14. Platz. Lediglich Dominik Landertinger ("Ich habe geschossen wie in Volksschüler und bin gelaufen wie ein Rentner") war unzufrieden und wurde mit ebenfalls vier Fehlern nur 40.

Während der Sprint-Zweite Quentin Fillon Maillet mit sechs Strafrunden an die siebente Stelle zurückfiel und der Samstag-Bronzemedaillengewinner Martin Fourcade als Vierter ebenfalls leer ausging, schlug mit Jacquelin ein anderer Franzose zu. Der Youngster aus der im laufenden Winter besonders starken Equipe Tricolore hatte sein großes Potenzial in dieser Saison mit drei Weltcup-Podestplätzen bereits mehrfach angedeutet.

Im WM-Jagdrennen über 12,5 km übernahm er nach dem letzten Schießen von Loginow, der sich mit einer überhasteten Schnellfeuereinlage mit einem Fehler wohl um Gold brachte, vor dem siebenfachen Weltmeister Bö die Führung. Auf der Schlussrunde konnte sich keiner der beiden absetzen, nach einigen taktischen Spielchen des Franzosen behielt er schließlich im Zielsprint gegen den ausgerechnet bei der WM nicht mehr in seiner gewohnte Gala-Laufform auftretenden Norweger die Oberhand.