Flughafen Wien: Passagiere lassen Umsätze steigen. Der Flughafen Wien hat nach vorläufigen Zahlen Umsatz und Gewinn 2018 deutlich gesteigert und erwartet heuer weiteres starkes Wachstum bei den Passagieren und beim Gewinn. Basis des Erfolgs 2018 sei der Passagierrekord - erstmals wurden 27 Mio. Passagiere in Wien abgefertigt, wie das ATX-Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 26. Februar 2019 (08:32)
Flughafen Wien AG
Symbolbild

Der Flughafen Wien-Schwechat (Bezirk Bruck) wächst, und mit ihm die Umsätze. Ein neuer Passagier-Rekord im vergangenen Jahr – 27 Mio. Fluggäste wurden in Wien-Schwechat abgefertigt – bescherte der Flughafen Wien AG ein sattes Plus (siehe Infobox). So stieg etwa der Umsatz im Vergleich zum Jahr davor um 6,2 % auf knapp 800 Mio. Euro.

Gleichzeitig verkleinerte das Unternehmen seinen Schuldenberg um 84,5 Mio. Euro, wenngleich dies vorerst wohl das letzte Mal war, da Flughafen-AG-Wien-Vorstand Günther Ofner anmerkte: „In den kommenden Jahren werden wir viel in den Standort investieren.“ Dies sei dem generellen Wirtschafts-Wachstum und den steigenden Passagier-Zahlen geschuldet.

Das vergangene Jahr war „in allen Belangen positiv“, bilanziert Ofner, einzig wegen zahlreicher Flugverspätungen und damit verbundenen Überstunden der Mitarbeiter wurde im Bereich „Handling & Sicherheitsdienstleistungen“ ein Minus beim EBIT von 70,9 % auf 3,1 Mio. Euro erwirtschaftet.

Neue Shops und Start-ups

Neben laufenden Modernisierungs-Arbeiten im Terminal 2 und am Pier Ost wird vor allem in die „Airport City“ und die „Airport Region“ investiert. „Die Digitalisierung verändert vor allem den Mobilitätssektor“, so Ofner. Daher arbeite man künftig verstärkt mit Start-up-Unternehmen zusammen. Auf 26.000 m2 entsteht dafür der „Office Park 4“. Er soll im Mai 2020 in Betrieb gehen und Standort für Start-ups sein. Außerdem umfasst er Co-Working-Spaces für kreative Jungunternehmen. Das Mieterinteresse ist laut Ofner schon jetzt rege.

Daneben wird das Shopping- und Gastronomie-Angebot ausgebaut. 2018 kamen zwölf neue Geschäfte bzw. Lokale hinzu. Im April diesen Jahres eröffnet die Konditorei „Aida“ eine Filiale im Terminal 1. Die Flughafen Wien AG investiert 3,5 Mio. Euro in die Modernisierung der nur für Passagiere zugänglichen Plaza. Im Juli geht dort auch ein 730 m2 großer Multibrand-Store in Betrieb. Das Unternehmen will mit diesen Investitionen dem Trend gerecht werden: 2018 stiegen sowohl die Erlöse aus Gastronomie (+10 %) und Shopping (+4,7 %) an. Ab 2021 soll zudem das dritte Hotel am Flughafen eröffnen – welches Unternehmen den Zuschlag dafür bekommt, werde demnächst feststehen.

Abseits des Passagier-Stroms entstanden 2018 in der „Airport City“ unter anderem ein neues Gesundheitszentrum und ein Pharma-Zentrum für temperatursensible Medikamente. DHL eröffnet im Mai auf einer Fläche von 20.000 m2 einen neuen Logistik-Campus. Die „Airport City“ hat mit 2,2 Prozent die niedrigste Leerstandsquote am Wiener Büromarkt. „Die Kapazitätserweiterung ist daher dringend“, so Ofner.

30 Mio. Passagiere im Jahr 2019

Auch für dieses Jahr erwartet sich der Vorstand positive Zahlen: „Ich wüsste nicht, was das Wachstum 2019 stoppen sollte.“ Die Investitionen wurden mit 220 Mio. Euro veranschlagt, der Umsatz soll auf 820 Mio. Euro steigen. Und auch die Passagier-Zahlen werden weiter anwachsen: 30 Mio. sollen es heuer sein. „Bereits im Jänner haben wir um knapp 25 % mehr Fluggäste gezählt als im Jahr zuvor“, sagt Flughafen-AG-Wien-Vorstand Julian Jäger.

Diesbezüglich bedürfe es auch eines Ausbaus des Verkehrsnetzes rund um den Flughafen. „Wir hätten gerne, dass mehr Passagiere per Bahn aus der Slowakei, Tschechien und Ungarn anreisen“, so Jäger. Der entsprechende Ausbau des Streckennetzes würde aber – zum Ärgernis der Flughafen Wien AG – noch gute zehn Jahre dauern.

7 neue Reiseziele und Umweltschutz

Dafür werden schon heuer sieben weitere Ziele non-stop angeflogen und drei zusätzliche Fluglinien – ANA, Air Canada und Southern China – landen in Wien-Schwechat. Die neuen Langstrecken-Destinationen sind Tokio-Haneda, Montreal, Toronto , Ürümqi und Guangzhou.

Stolz zeigt sich der Vorstand wegen der Maßnahmen zum Umweltschutz. Die CO2-Emissionen des gesamten Komplexes (ohne Flugverkehr) konnte um 65,6 % gesenkt werden. Zudem entstehen heuer 20.000 m2 Photovoltaik-Anlagen und in Zusammenarbeit mit der TU Wien wird die laut Ofner „weltweit einzigartige“ „Smart Airport City“ installiert, mit der per Algorithmus der Energieverbrauch überwacht und gemanagt wird.