Gewählter US-Präsident Biden vergibt Schlüsselposten. Der gewählte US-Präsident Joe Biden will den erfahrenen Diplomaten Antony Blinken zum Außenminister und den früheren Außenminister John Kerry zu seinem Klima-Beauftragten machen. Das teilte Bidens Übergangsteam am Montag mit.

Von APA / BVZ.at. Update am 23. November 2020 (19:53)
Biden und sein Team
APA/ag.

Mit Alejandro Mayorkas soll zudem künftig erstmals ein Hispano das Heimatschutzministerium leiten. Die frühere Vizechefin des Geheimdienstes CIA, Avril Haines, soll zudem als erste Frau der US-Geschichte Geheimdienstdirektorin werden.

Bidens Übergangsteam bestätigte am Montag zudem, dass der 43-jährige Jake Sullivan Bidens Nationaler Sicherheitsberater werden soll. Sullivan war bereits Bidens Sicherheitsberater in dessen Zeit als Vizepräsident. Die Karrierediplomatin Linda Thomas-Greenfield soll Botschafterin ihres Landes bei den Vereinten Nationen werden. US-Medien hatten bereits über die Personalien Blinken, Sullivan und Thomas-Greenfield berichtet.

Eine Überraschung ist die Ernennung des früheren Chefdiplomaten Kerry zum Klima-Sondergesandten. Der 76-Jährige, der zwischen 2013 und 2017 unter Präsident Barack Obama US-Außenminister war, wird in dieser Funktion dem Nationalen Sicherheitsrat angehören.

"Das ist das erste Mal, dass dem Nationalen Sicherheitsrat ein eigens für den Klimawandel zuständiger Vertreter angehören wird", erklärte Bidens Übergangsteam. Damit bringe der gewählte Präsident zum Ausdruck, dass die Erderwärmung als "dringliches Thema der Nationalen Sicherheit" angesehen werde.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reagierte erfreut auf die Ernennung Kerrys. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen US-Klimabeauftragten John Kerry, mit dem ich bereits als Außenminister während der Iran-, Syrien- und Libyen-Gespräche in Wien eng zusammen gearbeitet habe", so Kurz in einer Stellungnahme gegenüber der APA. "Die EU, die sich bereits ambitionierte Klimaziele gesetzt hat, kann das Klima nicht alleine retten, sondern nur gemeinsam mit den USA und China", so der Bundeskanzler weiter.

Die EU-Spitzen Ursula von der Leyen und Charles Michel telefonierten mit dem gewählten US-Präsidenten Biden und boten ihm eine enge Zusammenarbeit an. "Es ist der Anfang einer globalen EU-US-Partnerschaft", schrieb EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Montagabend auf Twitter und verwies auf starke gemeinsame Werte. Auch EU-Ratschef Michel lud Biden zu einem Sondergipfel mit den EU-Staats- und Regierungschefs 2021 nach Brüssel ein. "Jetzt ist die Zeit, unsere Kräfte zu bündeln", erklärte er.