Gelsen werden Donauinselfest-Besuchern zur Last fallen. Die Besucher des Donauinselfests werden am Wochenende wohl einen hohen Blutzoll zu entrichten haben, weiß Gelsenexperte Bernhard Seidel. Zwar gibt es heuer kein generelles Gelsenjahr wie beim "Desaster" 2013, doch lokal treten die Blutsauger gehäuft auf, insbesondere im Donauraum östlich von Krems, in und um Wien. Weitere Hotspots finden sich entlang der March, Leitha, Mur und der Villacher Drau.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 18. Juni 2019 (11:13)
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Willkommen beim Donauinselfest, der Gelsendienst ist schon da!

Dass sich dort die Gelsen mittlerweile auf ihre menschliche Beute stürzen, liegt laut Seidel daran, dass der Mai besonders feucht war und dadurch gute Bedingungen für die Gelsenlarven entstanden sind. Selbst aus Innenstadtbezirken wurden ihm die Insekten gemeldet.

Doch wie kann bzw. soll man sich beim Donauinselfest schützen? Von sogenannten Repellents hält der Fachmann nur wenig, die er wegen der Hautreizungen nicht empfiehlt. Wenn schon, dann sollte man sich die chemische Keule lieber auf die Kleidung, etwa Socken oder Kragen, sprühen. Zwar mögen die Blutsauger auch keine natürlichen ätherischen Öle, doch um sie wirklich abzuwehren, müsste man ständig Nelken- oder Teebaumöl verwenden, was der Haut ebenfalls nicht gut tut.

Seidels Empfehlung: "Wenn man auf die Berge geht, zieht man sich gescheite Schuhe und Kleidung an, das sollte man auch als Schutz vor den Gelsen tun." Da dies im Sommer naturgemäß einen Hitzestau bewirkt, kann Franzbranntwein als Hausmittel Linderung und Kühlung bieten. Ein weiterer, nicht ernst gemeinter "Tipp" von Seidel: "Wenn man besoffen ist, sinkt der Schmerzpegel und man merkt gar nicht, wenn man von 300 Gelsen gestochen wird."

Und was tun, wenn man gestochen wird? "Abwarten und Tee trinken, ob man sich eine Infektion eingefangen hat." Denn die Gelsen sind nicht nur lästig, sondern in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland zum Teil auch Träger des Westnil-Virus. Übertragungen habe es schon mehrfach gegeben, soviel Seidel weiß, auch Todesfälle.

Der Fachmann beobachtet seit 2011 eine Entwicklung, die die Blutsauger unabhängig von Wetterkapriolen macht: Das Auftreten der Buschmücke, die aus Asien eingeschleppt wurde. Dieser genügen für ihre Larven auch kleine stehende Gewässer wie Lacken oder Gießkannen. Zudem sind sie extrem robust, überleben auch Frost, verdrängen die heimischen Arten und dringen sogar in montane Regionen vor.