Malta rettet zahlreiche Migranten aus Seenot. Kurz vor einem EU-Treffen zur Verteilung von Bootsflüchtlingen auf Malta hat der Inselstaat mehr als 200 Migranten aus Seenot gerettet. Insgesamt seien in der Nacht auf Samstag 262 Menschen von verschiedenen Booten aufgenommen worden, teilte das Militär mit. Darunter waren auch die 35 Menschen an Bord des Rettungsschiffs "Ocean Viking" aufgenommen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 21. September 2019 (11:41)
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Es gibt noch keine Lösung für die "Ocean Viking"

Das Schiff von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen wartet nun aber immer noch mit mehr als 180 Migranten auf einen sicheren Hafen. Unter ihnen würden sich Kinder, ein Neugeborenes und eine schwangere Frau befinden.

"Wir fordern von den EU-Ländern eine sofortige Lösung für das an Land bringen der Menschen, die sich noch an Bord der 'Ocean Viking' befinden und ein Umverteilungssystems für alle im zentralen Mittelmeerraum geretteten Migranten", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Presseaussendung. Die "Ocean Viking" hatte die Menschen diese Woche gerettet. Das Schiff befindet sich derzeit zwischen der italienischen Insel Linosa und Malta.

Am Freitagabend sind weitere 108 Migranten auf der süditalienischen Insel Lampedusa eingetroffen. Ein Boot mit 92 Menschen an Bord wurde wenige Seemeilen von der Insel entfernt von der Küstenwache lokalisiert und nach Lampedusa eskortiert. Weitere 16 Migranten an Bord eines Bootes erreichten direkt die Insel, wie Italiens öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI am Samstag berichtete.

Circa 300 Migranten befinden sich derzeit im Auffanglager der Insel, das Plätze für maximal 100 Personen hat. Eine Gruppe tunesischer Migranten setzte ihren Protest gegen ihre Abschiebung fort. Sie demonstrieren seit Tagen vor der größten Kirche der Insel für eine Aufenthaltsgenehmigung in Italien.

51 Prozent mehr Migranten sind im September gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 in Italien gelandet. 1.435 Ausländer trafen seit Anfang September in Italien ein, im Vergleichszeitraum 2018 waren es 947, wie aus den letzten Angaben des Innenministeriums in Rom hervorgeht. Seit Jahresbeginn erreichten 6.570 Migranten Italien, 2018 waren es 20.859, 2017 102.954 gewesen. Die neue italienische Regierung um Premier Giuseppe Conte hatte eine Abwendung von der rigorosen Einwanderungspolitik der "geschlossenen Häfen" beschlossen, die von Ex-Innenminister und Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, betrieben worden war.