St. Pölten dürfte orange bleiben. Dass die Stadt St. Pölten ab Montag einer der ersten Bezirke sein wird, in denen die Ampel auf „Rot“ schaltet, ist eher noch nicht der Fall. Mit rund 127 positiv Getesteten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt die NÖ Landeshauptstadt derzeit an dritter Stelle hinter Wien und Innsbruck.

und APA / BVZ.at. Update am 08. Oktober 2020 (13:05)
Anschober bittet die Bevölkerung, sich an die Maßnahmen zu halten
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Gegen die Verschärfung spricht laut Informationen aus Stadt und Land allerdings, dass die Cluster in den vergangenen Tagen besser eingegrenzt werden konnten. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich außerdem am Mittwoch lediglich um zwei erhöht. Aktuell sind insgesamt 93 Personen infiziert. 97 Absonderungsbescheide des Gesundheitsamtes sind derzeit akut. Auch das Kriterium der verfügbaren Intensivbetten im Spital spreche laut der Auskunft für St. Pölten. Die Lage im Universitätsklinikum dürfte noch gut sein.

Anschober will Kommission nicht vorgreifen

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wollte am Donnerstag eine angeblich bevorstehenden Schaltungen von vier Bezirken auf Rot nicht kommentieren. Er sei nicht Teil der Ampelkommission und greife in diese als Politiker auch nicht ein, erklärte Anschober am Rande einer Pressekonferenz. Angesichts steigender Zahlen appellierte er aber an die Bevölkerung, sich an die Maßnahmen zu halten. Weitgehend passiere das zwar, "aber wir haben noch ein bisschen Luft nach oben".

"Dringender Appell" Anschobers an die Bevölkerung

Man habe eine "schwierige Situation", verwies er auf steigende Zahlen. Diese seien mit den Zahlen aus dem Frühling nicht vergleichbar, weil viel mehr getestet werde, betonte der Minister. Dennoch müsse man die derzeitige Strategie nun "konsequent" fortsetzen. Er richte deshalb auch einen "dringenden Appell" an die Bevölkerung, wieder so mitzumachen wie im Frühling. Auch vonseiten der Ampelkommission gab es keinen Kommentar zu dem Bericht in "Österreich".

Grundsätzlich merkte Anschober an, dass die Länder und Bezirke sehr motiviert seien, regionale Zusatzmaßnahmen zu setzen, um eine höhere Risikobewertung wieder zu korrigieren. Bis solche Maßnahmen wirken, dauere es aber ein bisschen, und in der Zwischenzeit könnten die Zahlen auch noch ansteigen.