Warnung vor "Pandemie in der Pandemie". Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnt angesichts steigender Infektionszahlen und immer mehr Fällen von Corona-Mutationen vor einer "Pandemie in der Pandemie". Innerhalb weniger Wochen habe sich die britische Virusmutation durchgesetzt. Der sogenannte Wildtyp, die Stammvariante, ist von 61,5 Prozent in der Kalenderwoche 5 auf 36,3 Prozent in Kalenderwoche 8 zurückgegangen. Die britische Variante dominiert mit einem Anteil von 58,4 Prozent.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 06. März 2021 (13:33)
Britische Mutation rund 23 Prozent ansteckender
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"Für Österreich ist diese Dominanz der britischen Variante keine gute Nachricht. Sie ist deutlich ansteckender als das Stammvirus, nach den aktuellen Berechnungen in Österreich um 23 Prozent", sagte Anschober. "Dies schlägt sich in einem sehr unterschiedlichen Ausbreitungsgeschehen nieder: Während das Stammvirus bei einem Reproduktionsfaktor von rund 1 liegt, ist dies bei der britischen Variante mit 1,23 ein alarmierend hoher Wert. Je stärker daher die Ausbreitung der britischen Variante, desto höher das Ansteckungsrisiko in Österreich."

43.849 Positivproben wurden laut Anschober mittlerweile auf Mutationsverdacht untersucht, bei seit Jahresbeginn insgesamt bestätigten 90.289 SARS-CoV-2-Fällen. "Mittlerweile wird dies bei jeder Positivprobe verwirklicht." Bei den Mutationen wurden 11.576 Fälle der britischen Variante und 454 Fälle der südafrikanischen Variante festgestellt. Die Ausnahme ist der Tiroler Bezirk Schwaz, in dem nach wie vor die südafrikanische Variante dominiert, aber dort ist ein Rückgang zu verzeichnen: In Tirol nahm der B.1.351-Anteil aller positiven Proben von 18,65 Prozent in der Kalenderwoche 5 auf 4,25 Prozent in dieser Woche ab. Auch die Zahl der aktiven Fälle sinkt schrittweise von 193 auf nunmehr 78.

Gegengesteuert werde mit Sicherheitsmaßnahmen in besonders stark betroffenen Bezirken, etwa mit den Ausreisetestungen, weiters mit polizeilichen Schwerpunktkontrollen auf Einhaltung der Maßnahmen in ganz Österreich in Gemeinden mit hohen Zuwächsen. Der Minister verwies weiters auf die Einführung von Präventionskonzepten in Betrieben mit über 50 Mitarbeitern, einen Ausbau der FFP2-Verpflichtung und noch mehr Testungen.

"Gerade in Zeiten einer ansteckenderen Infektionslage braucht es ein Einhalten der Schutzmaßnahmen, das konsequente Tragen der FFP2-Masken, das Einhalten des Mindestabstandes von zwei Metern und das Verringern der Kontakte auf das notwendige Ausmaß", appellierte Anschober. "Wir alle entscheiden mit unserem Tun, ob wir trotz der Dominanz der ansteckenderen Virusvariante gut bis Ostern durch die Krise kommen. Denn nach Ostern sollte es leichter werden: durch höhere Temperaturen, weniger Aufenthalt in geschlossenen Räumen und durch eine raschere Durchimpfung der Bevölkerung."

Aktuell stehe man bei rund 800.000 Impfungen. In den nächsten Wochen werde das Tempo durch deutlich höhere Mengen gesteigert. "Im März werden die Liefermengen im Vergleich zu Jänner und Februar verdreifacht, ab April dann nochmals verdoppelt", kündigte der Minister an.