Hotels bleiben zu: Osterurlaub noch in Schwebe. Seit November sind die Hotels wegen der Coronapandemie und der anhaltend hohen Infektionszahlen behördlich geschlossen - und auch am Montag nannte die Regierung in ihrer offiziellen Stellungnahme zur aktuellen Coronalage kein konkretes Öffnungsdatum. Ob ein Osterurlaub heuer möglich wird, ist damit noch in Schwebe. Fix ist jedoch, dass Gastronomie und Hotellerie im März zu bleiben. Erst in weiteren zwei Wochen soll es weitere Details seitens der Behörden geben.

Von APA / BVZ.at. Update am 15. Februar 2021 (19:49)
Seit vier Monaten sind die Beherbergungsbetriebe geschlossen
APA (Barbara Gindl)

"Wir werden keine Öffnungsschritte vor Ostern haben - das trifft selbstverständlich auch auf die Gastronomie zu", verdeutlichte Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Regierungspressekonferenz Montagnachmittag. Die türkis-grüne Regierung verlängert den Lockdown für die Gastronomie, den Tourismus und den Kulturbereich bis "rund um Ostern". Bis dahin gibt es keine weiteren Öffnungsschritte.

Am 1. März wolle man erneut evaluieren, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach Beratungen mit Experten, Ländern und den Parlamentsparteien. "Unser Ziel ist es, die Situation so gut wie möglich stabil zu halten", so der Kanzler. Wenn die Infektionszahlen schnell stiegen, werde man nicht über weitere Öffnungsschritte nachdenken können. "Wir sind alle keine Hellseher."

Die Situation sei durch die Corona-Mutationen immer noch sehr angespannt, hieß es auch aus dem Tourismusministerium. "Weitere Öffnungsschritte wären in der derzeitigen Situation unverantwortlich - wir können nicht riskieren, dass die Infektionszahlen wieder rasant ansteigen", so Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Für Gastronomie und Tourismus, die enorm unter dieser Situation litten, sei das "eine bittere Nachricht", räumte sie ein. "Die epidemiologische Entwicklung lässt uns hier aber keinen Spielraum." Umso wichtiger sei es nun, die Betriebe weiter zu unterstützen, so die Politikerin unter Verweis auf Maßnahmen wie Kurzarbeit, Fixkostenzuschuss, Steuererleichterungen, Staatshaftungen und Überbrückungskredite für die betroffenen Betriebe.

Die Wintersaison 2020/21 ist somit gestorben. Was bleibt ist ein bisschen Hoffnung auf das Ostergeschäft Anfang April. Das ist noch nicht vom Tisch. "Wir tun alles, um gemeinsam durch diese schwierige Zeit zu kommen, damit Gastronomie und Tourismus für den Frühling und die Sommersaison eine Perspektive haben", versprach die Tourismusministerin.

"Es ist zu wenig zu sagen: wir wissen noch nichts - setzen wir uns in zwei Wochen wieder zusammen", kritisierte die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, im Gespräch mit der APA in Richtung Politik. "Wir brauchen das - unsere Mitarbeiter sind nun vier Monate zuhause, am Stück, mit 15 bis 20 Prozent weniger Gehalt und ohne Trinkgeld", erklärte Reitterer, die selbst ein Hotel in Wien führt.

Die Branche drängt auf Öffnung und verweist auf ihre Sicherheitskonzepte - regelmäßige Testungen des Personals, Desinfektionsmaßnahmen, Plexiglasscheiben und Sicherheitsabstand. "Der Abstand ist bei uns zehnmal so groß wie beim Friseur", betonte ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Die Hoteliervereinigung hat nun auch vorgeschlagen, Hotels mit Corona-Teststraßen zum Teil der Lösung zu machen. Jedes zweite Hotel sei laut Mitgliederbefragung bereit, eine eigene Teststraße einrichten. "Machen wir die Hotels zum Teil der Lösung - so geben wir Österreichs Wirtschaft eine Perspektive", so Reitterers Appell.

"Es ist komplett unklar, was jetzt kommt", bekräftigte Stanits. "Wir gehen in Richtung Forderung der raschen Umsetzung von Teststraßen - Testen, Testen, Testen!" Und das auch in den Beherbergungsbetrieben. "Wenn die Apotheken zu Tests verwendet werden können, können wir das auch", meinte der Hotelierssprecher.