Mehr als 500 Tote in Spanien an einem Tag. In Spanien ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf fast 2.700 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 514 weitere Menschen an der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Dienstag mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich den Angaben zufolge um fast 20 Prozent auf knapp 40.000.

Von APA / BVZ.at. Update am 24. März 2020 (15:14)
Spanien meldete fast 40.000 Infektionen mit dem Virus
APA/dpa/ag.

Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Hauptstadt-Region Madrid ist mit 1.535 Toten und mehr als 12.350 Infektionsfällen am stärksten betroffen. Angesichts der dramatischen Entwicklung will die Regierung die landesweite Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern. Regierungschef Pedro Sanchez will dem Parlament am Dienstag einen entsprechenden Antrag vorlegen.

Bereits seit dem 14. März gelten in Spanien weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

In Madrid wird wegen der rapide zunehmenden Zahl der Corona-Toten eine Eishalle zum Leichenhaus umfunktioniert. Die ersten Särge würden nach Abschluss der Vorbereitungen dort wohl schon im Laufe des Tages eintreffen, sagte der Bürgermeister der spanischen Hauptstadt, Jose Luis Martinez-Almeida. "Es war eine schmerzhafte Entscheidung, die aber nötig war, weil die Bestattungsunternehmen überlastet sind", so der konservative Politiker. Wie lange die Leichen auf der 1.800 Quadratmeter großen Eisfläche des "Palacio de Hielo", des "Eispalastes", aufgebahrt werden müssten, könne man nicht sagen.

Die Zahl der erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus stieg in Südkorea wieder leicht an. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, wurden am Montag 76 neue Fälle festgestellt - nach 64 am Sonntag. Die Gesamtzahl stieg damit auf nunmehr über 9.000. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Sars-CoV-2-Erreger in Verbindung gebracht werden, kletterte um neun auf 120.

In Belgien stieg die Zahl der Coronavirus-Toten deutlich an. Nach neuesten Zählungen schnellte die Zahl von 34 auf 122 nach oben. Zuletzt lagen 1.859 Patienten mit Covid-19 in Krankenhäusern, 381 von ihnen auf Intensivstationen. Vier Prozent der inzwischen 4.269 Infizierten im Land seien Ärzte und Pflegekräfte.

In Südkorea hatte sich im März nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt. Doch Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen von Fällen sowie eine wachsende Zahl von Infizierten, die aus dem Ausland eintreffen. Am Montag wurden den Angaben zufolge 20 ankommende Personen positiv auf das Virus getestet. Von allen Ankommenden aus Europa, für die verschärfte Einreisebestimmungen gelten, seien etwa 90 Prozent Südkoreaner.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten die USA das neue Epizentrum der Coronavirus-Pandemie werden, da die Fallzahlen dort sehr rasch anstiegen, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris. 85 Prozent der Neuinfektionen, die in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden seien, entfielen auf die USA und Europa. Allein der US-Staat Kalifornien benötigt 50.000 zusätzliche Krankenhausbetten zur Versorgung der prognostizierten Fälle.

Auch in China stieg die Zahl der importierten Erkrankungen mit dem Coronavirus deutlich. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, wurde das Virus bei 74 weiteren Menschen nachgewiesen, die kürzlich in die Volksrepublik eingereist sind. Erstmals seit Tagen wurden auch wieder einige lokale Fälle gemeldet. Laut offiziellen Zahlen gab es vier Fälle, die nicht bei Eingereisten festgestellt wurden. Bei einem großen Teil der Rückkehrer handelt es sich um Chinesen, die unter anderem wieder in ihre Heimat kommen, weil sie annehmen, dass dort das Schlimmste nun überstanden ist. Insgesamt seien bisher 427 importierte Fälle festgestellt worden, wie die Kommission weiter mitteilte.

Um eine Ausbreitung der eingeschleppten Fälle möglichst zu verhindern, gelten strenge Quarantänemaßnahmen für Menschen, die aus dem Ausland ankommen. Erneut kam es zu neuen Todesfällen. Nach offiziellen Angaben vom Dienstag kletterte die Zahl der Opfer um sieben auf nun 3.277. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81.171 Infizierte registriert, von denen sich bisher mehr als 73.000 wieder erholt haben.

Wegen der Coronavirus-Pandemie will Kuba alle Touristen in Quarantäne nehmen, die sich nach der Grenzschließung am Dienstag noch auf der Insel aufhalten. "Alle Touristen, die sich noch in Hotels befinden, werden unter Quarantäne gestellt", kündigte Ministerpräsident Manuel Marrero an. Nach Angaben der Regierung waren am Montag noch rund 32.500 ausländische Urlauber auf der Karibikinsel. Die Ankündigung löste einen Sturm auf den Flughafen von Havanna aus. Viele Touristen, die überstürzt ihre Sachen gepackt hatten, befürchteten aber, gar keinen Flug mehr zu erwischen. Wegen der Coronavirus-Krise haben zahlreiche Fluggesellschaften auch ihre Verbindungen nach Kuba eingestellt.