Weniger Spitalsaufenthalte, ein Sechstel tagesklinisch. Ein Sechstel der Spitalsaufenthalte hat sich 2019 - und damit vor der Corona-Pandemie - nicht im stationären, sondern im tagesklinischen Bereich abgespielt. Das geht aus den Aufzeichnungen der Statistik Austria zu Spitalsentlassungen für das Jahr 2019 hervor. Insgesamt sind die Krankenhausaufenthalte rückläufig, die Verweildauer hat sich verkürzt.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 21. Januar 2021 (11:50)
Spitalsaufenthalte rückläufig - Intensivstation eines Krankenhauses
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Knapp 2,59 Millionen stationäre Spitalsaufenthalte wurden für 2019 dokumentiert. In den vorangegangen Jahren hatten sie sich bei rund 2,7 Millionen bewegt. Rund 93 Prozent der Aufenthalte entfielen auf den Akutsektor. Die durchschnittliche Dauer eines vollstationären Aufenthaltes in einem Akutkrankenhaus lag 2019 bei 6,3 Tagen. Im Bereich der Nichtakutversorgung gab es knapp 157.000 Rehabilitationsaufenthalte. Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum rund 4,52 medizinische Leistungen - Untersuchungen bzw. Therapien - erbracht, davon waren 28 Prozent operative Eingriffe. 

Der Rückgang der stationären Aufenthalte ist laut Statistik Austria vor allem auf ein in den Jahren 2017 und 2018 sukzessive eingeführtes und mit 1. Jänner 2019 verbindlich in Kraft getretenes Abrechnungsmodell zurückzuführen, bei dem bisher als tagesklinisch codierte Leistungen nun als spitalsambulant erfasst werden, was eine teilweise Verlagerung von stationärer tagesklinischer zu spitalsambulanter Versorgung nach sich gezogen hat. Zugleich steigt mit dem Fortschritt medizinischer Untersuchungs- und Behandlungstechnologien die Zahl an minimalinvasiven Eingriffen, die im Rahmen von kürzeren Spitalsaufenthalten erbracht werden können. Das bewirkt eine Verschiebung von stationären Behandlungen hin zum tagesklinischen Bereich. 

Die Zahl der sogenannten "Null-Tagesaufenthalte", bei denen Aufnahme und Entlassung am selben Tag erfolgen, hat sich von 2016 bis 2019 um nahezu 39 Prozent reduziert. Grundsätzlich hat sich die durchschnittliche Spitalsaufenthaltsdauer in den vergangenen 30 Jahren von elf Tagen (1989) um 43 Prozent reduziert.

In den österreichischen Spitälern sind 2019 insgesamt 1,282 Millionen Operationen durchgeführt worden. Rund ein Viertel davon betraf den Bewegungsapparat, ein Fünftel geburtshilfliche Eingriffe bzw. Eingriffe am Urogenitaltrakt. Rund Prozent aller operativen Leistungen wurden tagesklinisch erbracht - um fast 13 Prozentpunkte mehr als zehn Jahre zuvor. Fast die Hälfte davon entfielen auf Eingriffe an Augen und Augenhöhlen. Insgesamt hat sich die Anzahl der tagesklinischen, zumeist minimalinvasiven Operationen in den vergangenen zehn Jahren auf das Zweieinhalbfache erhöht.