Gedenkstein für Opfer des Terroranschlags in Wien. Die Stadt Wien errichtet einen Gedenkstein für die Opfer der Terrornacht vom 2. November 2020. Dieser wird sich am Desider-Friedmann-Platz - einem der Tatorte in der Innenstadt - befinden, kündigte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montag vor Journalisten an. Gleichzeitig wurde heute damit begonnen, die Tausenden Kerzen und Blumen an jenen Orten, die Menschen im Andenken an die Opfer niedergelegt hatten, wegzuräumen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 25. Januar 2021 (13:30)
Wiener Stadtregierung gedenkt der Opfer des Terroranschlags
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Ludwig hatte zu Mittag in Begleitung der gesamten Stadtregierung - auch die nicht amtsführenden Stadträte der Oppositionsparteien waren anwesend - eine Gedenkminute am Desider-Friedmann-Platz abgehalten. Im Anschluss berichtete er den anwesenden Medienvertretern, dass ein Gedenkstein - er soll einen Meter hoch sein und aus Hartberger Granit gefertigt werden - errichtet werde. Dieser soll im Zuge einer "würdigen Veranstaltung" aufgestellt werden, wobei dies erst nach dem Ende des Lockdowns passieren soll. Angehörige der Opfer sollen jedenfalls eingeladen werden. Die Schriftstellerin Monika Helfer werde außerdem ein für diesen Anlass verfasstes Gedicht vortragen, hieß es.

Gleichzeitig werden die zahlreichen Kerzen, Blumen und andere Devotionalien, die nach dem Anschlag von der Bevölkerung an den Tatorten niedergelegt wurden, nun entfernt. Immerhin seien diese "witterungsbedingt schon sehr beeinträchtigt", erklärte der Bürgermeister. Ein Teil davon wandert in das Haus der Geschichte. Auch das Wien Museum habe die Gedenkorte bereits dokumentiert, um "deutlich zu machen, wie viele Menschen sich hier beteiligt haben". Darüber hinaus hätten sich eine Reihe von Künstlerinnen und Künstler gemeldet, die aus den Kerzenresten gerne Werke schaffen würden, sagte Ludwig.

"Die Opfer werden nicht vergessen sein", betonte der Stadtchef. Mit dem Terroranschlag sei der Versuch unternommen worden, eine "furchtbare Narbe" in die Stadt zu schlagen. Gleichzeitig hätten die Ereignisse aber auch einem Akt der Solidarität geführt: "Menschen haben sich umeinander gekümmert".

Bei dem Anschlag in der Wiener Innenstadt am Abend des 2. November kamen vier Passanten ums Leben, mehr als 20 Personen wurden teils schwer verletzt. Der Attentäter wurde nach wenigen Minuten von der Polizei gestellt und erschossen.