Erster Angeklagter in Missbrauchsfall vor Gericht. Im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Kindes bei Freiburg musste sich der erste von insgesamt acht Tatverdächtigen vor Gericht verantworten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 12. April 2018 (10:55)
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Eltern sollen Kind über das Internet dem Angeklagten angeboten haben

Der 41-jährige Deutsche habe ein Geständnis angekündigt und gegenüber einem psychiatrischen Gutachter die Taten eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter zum Prozessauftakt am Donnerstag. Die Öffentlichkeit wurde für die Aussage ausgeschlossen.

Da der Angeklagte über sein Sexualleben berichten wolle, werde die Öffentlichkeit zu seinem Schutz ausgeschlossen. Dies gelte auch für die Plädoyers und das letzte Wort des Angeklagten vor dem Urteil. Zudem werden vor Gericht Videoaufnahmen der Taten gezeigt, auch diese ohne Öffentlichkeit.

Der 41 Jahre alte Deutsche habe sich in mindestens zwei Fällen an dem heute neun Jahre alten Buben aus dem südbadischen Staufen vergangen, sagte Staatsanwältin Nikola Novak zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Freiburg. Es habe dabei schwerste sexuelle Übergriffe gegeben. Der Angeklagte habe über die Mutter des Buben und deren Lebensgefährten Kontakt zu dem Kind bekommen. Das Paar habe das Kind im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen.

Der 41-Jährige ist laut Gericht wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraft. Für den Prozess vor der Jugendschutzkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge zunächst drei Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könne es demnach in der nächsten Woche geben. Weitere Prozesse folgen. In dem Fall gibt es insgesamt acht Verdächtige, sie sitzen alle in Untersuchungshaft.