Schwere Verluste für Union und SPD. Bei der deutschen Bundestagswahl hat es am Sonntag schwere Verluste für die Regierungsparteien Union und SPD gegeben.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. September 2017 (18:25)
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Bundeskanzlerin Merkel bei der Stimmabgabe in Berlin
APA/dpa/ag.

Die Union von Kanzlerin Angela Merkel sackte um neun Prozentpunkte auf 32,5 Prozent ab, ergab eine Prognose der ARD. Die SPD von Martin Schulz verlor 5,7 Prozentpunkte auf 20 Prozent und will nun in Opposition gehen. Die rechtspopulistische AfD wurde mit 13,7 Prozent klar Dritte.

Der FDP gelang mit 10,5 Prozent der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Linke landete bei neun Prozent, die Grünen erreichten 9,5 Prozent. Merkels Union hatte vor vier Jahren mit 41,5 Prozent der Stimmen nur knapp die absolute Mandatsmehrheit verpasst. Die SPD hatte 25,7 Prozent verbucht, die Linke 8,6 Prozent, die Grünen 8,4 Prozent. Die FDP kam auf 4,8 Prozent, die rechtspopulistische AfD auf 4,7 Prozent.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, dass seine Partei die "Wahlziele erreicht" habe. Gegen die Union könne keine Regierung gebildet werden: "Wir haben einen Regierungsauftrag." Angela Merkel bleibe Kanzlerin.

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland schlug in einer ersten Reaktion harte Töne an. "Wir werden Frau Merkel jagen", sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger in Berlin. Die Partei wolle sich "unser Land und unser Volk zurückholen".

SPD-Vizechefin Manuela Schwesig sagte kurz nach Veröffentlichung der Prognosen, dass die Union für keine Neuauflage der Großen Koalition zur Verfügung stehe. "Das werden wir tun", sagte sie auf die Frage, ob die SPD in Opposition gehen werde. Damit hat die siegreiche Union von Kanzlerin Angela Merkel nur noch eine Koalitionsoption, und zwar eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP, die in vielen Fragen - insbesondere in der Europapolitik - über Kreuz sind.

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) relativierte die Oppositionsansage jedoch. Es spreche "vieles dafür, in die Opposition zu gehen", aber auch "einiges dafür, eine stabile Regierung zu bilden". Die SPD sei von jeher eine Partei mit großer staatspolitischer Verantwortung.