Frequency 2021 in St. Pölten abgesagt. Das von 19. bis 22. August angesetzte Frequency-Festival in St. Pölten wird nicht stattfinden. Ein Sprecher des Magistrats bestätigte am Freitagvormittag auf Anfrage einen entsprechenden Online-Bericht der "Kronen Zeitung".

Von APA / BVZ.at und Redaktion NÖN.at. Update am 16. Juli 2021 (15:01)
Auch heuer bleibt die Bühne finster: 2021 wird es in St. Pölten (doch) kein Frequency geben.
Brenner, NÖN

Als Begründung genannt wurden seitens des Rathauses vor allem Bedenken wegen der Delta-Variante des Coronavirus. "Die Gesundheit von Besuchern und Bevölkerung geht vor", wurde betont.

Festgehalten wurde vom Sprecher aber auch, dass das seitens der Veranstalter vorgelegte Sicherheitskonzept "ausgezeichnet" gewesen sei. Rechtlich wird die Absage auf einer Verordnung fußen, die von der Stadt erlassen wird und am 28. Juli in Kraft treten soll. Sie wird bei mehr als einen Tag dauernden Outdoor-Veranstaltungen eine Kapazitätsbegrenzung von 3.000 Personen vorsehen.

Jenner: "2022 kommen wir noch stärker zurück"

Der Veranstalter betonte am Freitagvormittag in einer Presseaussendung: "Wir haben alles versucht! Gekämpft, gemeinsam endlich wieder mehrere Tage und Nächte feiern zu können, neue Freundschaften zu schließen, den chilligsten Badeurlaub an der Traisen zu verbringen und den grauen Alltag in jede Menge Farbe zu tauchen. Wir sind an unsere Grenzen gegangen, um die schönste Reunion des Jahres zu ermöglichen."

Es sei jedoch nun "traurige Gewissheit, dass wir allen Bemühungen zum Trotz und mit dem strengsten COVID-19-Konzept von ganz Österreich, den Konflikt mit dem Virus abermals nicht gewinnen können".

Die Enttäuschung über die Absage sei groß, so Frequency-Veranstalter Harry Jenner, der aber verspricht: "2022 kommen wir noch stärker zurück." Heuer wären beim Festival Künstler wie RAF Camora, Bilderbuch oder AnnenMayKantereit aufgetreten. Sie alle waren bereits für die im Vorjahr ebenfalls abgesagte Ausgabe vorgesehen.

Stadler lobte Partnerschaft – Entschluss "nicht einfach"

Auch St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) gab ein Statement zur Absage ab: "Die Gesundheit der Bevölkerung ist für mich das Wichtigste." Es sei hart an der Durchführung des Festivals gearbeitet worden, aber "die Delta-Variante macht alles zunichte".

Mit dem Veranstalter habe die Stadt eine "jahrelange sehr gute Partnerschaft", weshalb dieser Entschluss nicht einfach gewesen sei. Aber in gemeinsamen Gesprächen sei man letztlich zu der Entscheidung gekommen, "dass wir das Risiko nicht eingehen".

Die Lage sah Anfang der Woche noch anders aus, wir hatten berichtet:

IGÖV: "Absage als verheerendes Signal für Impfwillige"

Ein "verheerendes Signal für Impfwillige" sah die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) in der Absage des Frequency. Junge Menschen hätten lange auf Festivals und Kulturevents gewartet. "Die Teilhabe am kulturellen Leben, der Besuch von Veranstaltungen und der Nachgastronomie sind für viele Menschen die Motivation, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", hieß es am Freitag in einer Aussendung. Durch das widersprüchliche Vorgehen von Bund und Bezirken ergebe sich laut IGÖV eine "fatale Situation, die sich auf die Durchimpfungsrate auswirken kann und dramatische wirtschaftliche Folgen haben kann".

Königsberger-Ludwig begrüßt Absage

Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) begrüßte die Absage und bezeichnete sie als "verantwortungsvolles Vorgehen". Die Entscheidung sei "aufgrund der epidemiologischen Lage und der noch geringen Impfrate bei jungen Menschen richtig", teilte die Politikerin in einer Aussendung mit. "Vor allem die rasante Ausbreitung der Delta-Variante in den letzten Tagen erforderte Vorsicht und entsprechendes Handeln. Zwar waren die Bemühungen des Veranstalters im Zusammenhang mit dem Präventionskonzept engagiert, in vielen Gesprächen mit Expertinnen und Experten zeichnete sich aber ein zu hohes Risiko ab", erklärte Königsberger-Ludwig.

Kulturstaatssekretärin sieht keine Auswirkungen für restliche Kultur

Für Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) ist die Absage des Festivals "sehr bedauerlich", die Entscheidung der lokalen Behörden sei aber zur Kenntnis zu nehmen. "Ich bedanke mich auch ausdrücklich bei den Veranstaltern, die bis zuletzt alles versucht haben. Gleichzeitig möchte ich aber betonen, dass das Frequency aufgrund seiner Größe und Dauer eine Solostellung im österreichischen Kulturbetrieb einnimmt", hielt Mayer gegenüber der APA fest. "Für den Rest des Kultursommers sehe ich aus heutiger Sicht keinen Grund zur Sorge." Wichtig sei die konsequente Umsetzung der 3G-Regel sowie weiterer Präventionsmaßnahmen - "und dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen".

Kritik von FPÖ

Kritik gab es an der Frequency-Absage am Freitag seitens der FPÖ Niederösterreich. Kultursprecherin Vesna Schuster bezeichnete den Schritt als "völlig unverständlich". "Viele Jugendliche, die das Festival besuchen wollten, haben sich eigens dafür impfen lassen. Außerdem haben die Veranstalter ein ausgezeichnetes Sicherheitskonzept vorgelegt", hielt die Landtagsabgeordnete in einer Aussendung fest.

Nova Rock Encore soll stattfinden

Weiterhin auf Schiene sei nach derzeitigem Stand das ebenfalls von Barracuda Music veranstaltete Nova Rock Encore am 11. September in Wiener Neustadt. Für das Eintagesfestival mit einer maximalen Kapazität von 20.000 Menschen würden andere Richtlinien gelten, zudem gebe es ein umfassendes Sicherheitskonzept mit 3G-Regel. Hier sind u.a. Künstler wie Seiler & Speer, Parov Stelar und Maneskin angekündigt.