Strache sagt der Kyatt-Gruppe ab. Verwirrung herrscht über den angeblichen neuen Job von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Von Redaktion APA. Update am 23. August 2019 (17:24)
Strache wird doch nicht in der Immobilienbranche tätig sein
APA (Archiv)

Nach Berichten über seinen Einstieg in die Immobilienbranche habe Strache der Kyatt-Gruppe Freitagnachmittag abgesagt, teilte deren Mehrheits-Besitzer Siegmund Kahlbacher - ein ehemaliger FPÖ-Parteisekretär - laut dem "Ö1 Journal um fünf" dem ORF mit.

Kahlbacher hatte zunächst noch einen "Österreich"-Bericht bestätigt und angekündigt, dass der über "Ibizagate" gestolperte Vizekanzler am 1. September bei der K.Y.A.T.T. Immobilien Entwicklungs GmbH in Baden in Niederösterreich tätig sein werde. Aber am Nachmittag teilte er dem ORF mit, dass ihn Strache angerufen und abgesagt habe - mit der Begründung, er habe einen anderen Job gefunden. Um welchen es sich handelt ist offen.

Noch am frühen Freitag-Nachmittag hatte es geheißen, Strache werde bereits ab September für die K.Y.A.T.T. Immobilien Entwicklungs GmbH, die 2015 das Badener Grand-Hotel Sauerhof gekauft hatte und das Zwettler Schloss Schwarzenau zu einem Fünf-Sterne-Luxushotel ausbauen wollte, tätig sein. Von der FPÖ beziehe er "seit dem 22. Mai" kein Gehalt mehr, hatte Strache gegenüber der Tageszeitung "Österreich" erklärt.

Siegmund Kahlbacher
Archiv/René Denk

Die malaysisch-österreichische Kyatt-Gruppe ist mehrheitlich im Besitz des ehemaligen FPÖ-Parteisekretärs Siegmund Kahlbacher. Unter anderem betreibt sie auch ein Thermenhotel in Lutzmannsburg sowie das Heritage Hotel in Hallstatt. Kahlbacher war auch in die Pleite der Klagenfurter Wörtherseebühne, ein Prestigeprojekt Jörg Haiders, involviert.

FP-Baden-Obmann "sehr überrascht"

Rene Hansy, Stadtparteiobmann der FP Baden, hatte sich zu Straches angeblichem - und nun offenbar abgesagtem - Wechsel zur Kyatt-Gruppe sehr überrascht gezeigt: „Das dürfte bis heute niemand gewusst haben. Siegmund Kahlbacher, Chef der K.Y.A.T.T. Immobilienentwicklungs GmbH, hat zwar eine blaue Vergangenheit, ist aber nicht bei uns in der Stadtpartei vertreten. Heute ist Herr Kahlbacher Unternehmer, er kann sich selbstverständlich sein Personal selbst aussuchen. Ich wusste aber nicht, dass der Kontakt zwischen Herrn Kahlbacher und Herrn Strache offenbar sehr gut war,  ich wünsche Herrn Strache viel Glück. Für uns als Stadtpartei ist wichtig, dass am kommenden Parteitag Norbert Hofer zum neuen Obmann der FPÖ gewählt wird.“

Und Stadtchef Bürgermeister Stefan Szirucsek hatte auf NÖN-Anfrage erklärt: „Das ist kein Thema der Stadt. Wenn jemand einen Geschäftsführer bestellt, dann ist das Sache des jeweiligen Unternehmers. Das Unternehmen ist halt zufällig in Baden.“

Kauf des Schlosses Schwarzenau gescheitert

Im April 2016 hatte Kahlbacher den Kauf des Schlosses Schwarzenau im Bezirk Zwettl erstmals angekündigt und den Bau eines Fünf-Sterne-Luxushotels mit 100 Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt. Nachdem es mit dem „Grand Hotel Sauerhof“ in Baden Streit zwischen Kahlbacher und Bundesdenkmalamt gab, präsentierte er im August 2017 ein neues, weitaus kostengünstigeres Projekt: Das Hochzeitsschloss Schwarzenau sollte ein Hochzeitsschloss, das bis zu 400 Gästen Platz bieten sollte, werden. Bis zuletzt blieb die finale Unterschrift jedoch aus.

Mit dem Verkauf der Aurora Immobilien GmbH (in dessen Besitz ist Schloss Schwarzenau) an die bulgarische Monbat-Gruppe vor wenigen Wochen war auch klar, dass die K.Y.A.T.T-Investorengruppe mit CEO Siegmund Kahlbacher Schloss Schwarzenau nicht mehr erwerben kann.

Im Oktober 2015 kaufte die K.Y.A.T.T-Gruppe bereits das Grand Hotel Sauerhof in Baden. 2016 wetterte Kahlbacher wegen Problemen der Anstellung ausländischer Fachkräfte und drohte damit, dass die K.Y.A.T.T.-Gruppe aus Österreich zurückziehe. Im Oktober 2017 berichtete die NÖN über einen großen Konflikt beim Sauerhof zwischen Kahlbacher und dem Bundesdenkmalamt, die die Umbaupläne Kahlbachers so nicht genehmigte.