Zwei Fluchthelfer von Marsalek in Haft. Ein ehemaliger FPÖ-Nationalratsabgeordneter und ein ehemaliger BVT-Abteilungsleiter sind Medienberichten zufolge in dieser Woche verhaftet worden. Sie sollen dem international gesuchten früheren Wirecard-Vorstand Jan Marsalek bei dessen Flucht nach Weißrussland geholfen haben. Die Fluchthilfe selbst dürfte aber nicht der Grund für die Verhaftungen sein.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 23. Januar 2021 (16:58)
Verhaftungen im Dunstkreis des Wirecard-Skandals
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Der karenzierten BVT-Abteilungsleiter soll gemeinsam mit anderen BVT-Mitarbeitern für Wirecard gearbeitet haben. Sie sollen "personenbezogene Daten" an Wirecard weitergegeben haben, berichteten "Die Presse" und "Österreich". Bei der Verhaftung des früheren FPÖ-Abgeordneten geht es um Korruptionsermittlungen, die mit Wirecard nichts zu tun haben, berichteten "Der Standard" und "ZackZack.at" am Samstag.

Der ehemalige BVT-Abteilungsleiter war beschuldigt worden, Urheber des sogenannten BVT-Konvoluts zu sein, in den vielfach falsche Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes erhoben wurden und dass dann im Frühjahr 2018 zur später als rechtswidrig beurteilten Razzia im BVT geführt hat. Er war auch einer der Belastungszeugen für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Er bestritt jedoch, das Schriftstück verfasst zu haben.

Der frühere FPÖ-Abgeordnete wiederum war die Hauptfigur in der sogenannten Mandatskauf-Affäre. Der FPÖ unter Heinz-Christian Strache war damals vorgeworfen worden, von ukrainischen Oligarchen Geld für einen Listenplatz für den Mann bekommen zu haben. Die FPÖ hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.