Landbauer: „Neuwahlen wären höchst fahrlässig!“. Nach der Veröffentlichung eines Videos, welches FPÖ-Vizekanzler Heinz Christian Strache stark belastet und letztlich zu seinem Rücktritt Samstagmittag führte, meldete sich Udo Landbauer, geschäftsführender FPÖ NÖ-Landesparteiobmann, via NÖN.at zu Wort.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 18. Mai 2019 (13:30)
APA
Udo Landbauer

Landbauer plädiert für eine weitere Zusammenarbeit mit der ÖVP in der aufrechten Bundesregierung. Zugleich übt er Kritik an den aufgenommenen Videos und deren Veröffentlichung.

„Ja, selbstverständlich sind hier Fehler passiert"

Seitens der FPÖ Niederösterreich konnte NÖN.at Samstagmittag Udo Landbauer, den geschäftsführenden Landesparteiobmann der FPÖ erreichen und zu den jüngsten Ereignissen befragen. Die Vorfälle der vergangenen Stunden seien, so Landbauer, „natürlich zur Kenntnis zu nehmen und zu akzeptieren“, wie er sagt. Trotz alldem dürfe man nicht vergessen, dass „diese Bundesregierung hervorragend arbeitet und das natürlich vielen ein Dorn im Auge ist“, wie Landbauer es formulierte.

Das sogenannte und vielzitierte „Ibiza-Video“ und dessen Veröffentlichung bezeichnete der FPÖ NÖ-Chef als „höchst bedenkliche Aktion“, die „geheimdienstlich aufgezogen“ worden sei. Auch sei das Video „stark zusammengeschnitten“ worden, so der FPÖ-Landespolitiker.

Auf die Frage, ob Strache und Gudenus denn Fehler gemacht hätten, gibt es von Landbauer eine klare Ansage: „Ja, selbstverständlich sind hier Fehler passiert, aber das haben beide auch eingestanden.“ Man müsse allerdings festhalten, dass die vielzitierten Aussagen „in einer Weinlaune zu später Stunde“ gefallen seien und man nicht nur beurteilen müsse, was denn gesagt wurde, „sondern auch, was tatsächlich in diese Richtung gemacht wurde – nämlich gar nichts“, so Landbauer.

„Regierung leistete exzellente Arbeit"

Von Neuwahlen, die die Opposition in den vergangenen Stunden vehement einforderte, hält Landbauer unterdessen nichts: „Das wäre höchst fahrlässig, schließlich leistet diese Regierung exzellente Arbeit und kann viele Erfolge vorweisen, die vor allem auf die FPÖ-Regierungsbeteiligung zurückzuführen sind“, ist Landbauer voll des Lobes für die Arbeit der blauen Regierungsmannschaft.

Der von Strache ins Spiel gebrachte Nachfolger, FPÖ-Infrastrukturminister Norbert Hofer, ist für Landbauer „ein toller Politiker, der hervorragend wahlkämpfen kann“, er sei bestimmt die richtige Wahl. Dass Strache und Gudenus ihren Rücktritt erklärten, sei „ein notwendiger Schritt“ gewesen, so Landbauer: „Sie haben die Verantwortung übernommen und wollten auch den Fortbestand dieser Bundesregierung nicht aufs Spiel setzen“, meint er in einer ersten telefonischen Stellungnahme.

„Neuwahlen sind die einzig richtige Antwort“, meinte dagegen Klosterneuburgs Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) Samstagnachmittag gegenüber der NÖN ( mehr zu dieser und anderen Reaktionen auch hier ).