"Scharf wie ein Messer": Europa kann für WAC kommen. Mit einem 3:0-Sieg gegen die Austria hat der WAC den Status als dritte Kraft im österreichischen Fußball hinter Salzburg und dem LASK untermauert. Nun ist das Visier erstmals auf Europa gerichtet - am Donnerstag gibt es das Debüt in der Europa League bei Mönchengladbach.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 16. September 2019 (06:00)
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Die Stimmung in Wolfsberg passt

"Scharf wie ein Messer" würden seine Männer dort sein, versprach Trainer Gerhard Struber. Die Austria hat derweil andere Sorgen. Trotz einer zwischenzeitlichen Drangperiode der Wiener in der zweiten Hälfte waren die Wolfsberger zu Hause klar die bessere Mannschaft. "Letztendlich war es ein hochverdienter Sieg von uns", befand 1:0-Torschütze Marcel Ritzmaier im Sky-Interview. Struber urteilte, dass die Austria sogar noch "glimpflich" davongekommen sei. "Wir wissen, dass wir im Moment viel richtig machen", meinte der Salzburger. "Es macht einfach im Moment richtig Spaß."

Auch in der kommenden Woche soll es in der Tonart weitergehen. In der Gruppe J der Europa League ist am Donnerstag (21.00 Uhr) Mönchengladbach der Auftaktgegner, und Borussia-Coach Marco Rose ist nicht nur Struber bestens bekannt, da er sich in Salzburg über Jahre mit ihm intensiv austauschen konnte. Die WAC-Profis, von denen viele Salzburg-Vergangenheit haben, sind mit der Philosophie des früheren Red-Bull-Erfolgstrainers ebenfalls vertraut.

Dennoch fahre man mit einem guten Gefühl nach Deutschland. "Wir haben heute richtig Selbstvertrauen getankt. Jetzt müssen wir uns gut erholen und ein ähnlich gutes Spiel hinlegen", sagte Mittelfeldspieler Ritzmaier. "Wir lassen uns dort nicht abschießen. Wir fahren dorthin, um etwas mitzunehmen". Die Vorfreude sei riesig, betonte auch Struber. "Wir werden uns auf diesen nächsten Gegner top einstellen. Wir fahren dorthin, um einfach scharf wie ein Messer zu sein und den Gegner auch dort in Deutschland vor Probleme zu stellen."

Bitter war die Rückkehr von Austria-Coach Christian Ilzer nach Kärnten. Er war es schließlich, der den WAC mit Platz drei in der Vorsaison in die Europa-League-Gruppenphase geführt hatte. Nach seinem Wechsel nach Wien reiht sich bisher eine Enttäuschung an die andere. Am Sonntag kassierte er mit den Violetten schon die vierte Niederlage in dieser Bundesliga-Saison - bei nur einem Sieg.

"Wir hatten hier schon einen klaren Plan, wie wir das Pressing vom WAC ein bisschen in die Leere laufen lassen wollten", sagte Ilzer. Allerdings habe man es nicht geschafft, diesen durchgängig umzusetzen. Wieder manifestierten sich Probleme in der Defensive, obwohl der US-Amerikaner Erik Palmer-Brown und Tarkan Serbest der Innenverteidigung insgesamt mehr Stabilität verliehen. Vor dem 0:1 brachten mehrere Spieler den Ball nicht aus der Gefahrenzone.

Zum Unvermögen kam auch noch Pech: Bei zwei, drei Chancen fehlte nur wenig, WAC-Schlussmann Alexander Kofler hielt dabei stark. "Ich denke, es war bis zur 70. Minute ein ausgeglichenes Spiel", ärgerte sich Ilzer. "Wir können hier genauso das 1:0 machen, dann wird das Spiel ein anderes. Aber unterm Strich geht das natürlich in Ordnung, dass der WAC als Sieger vom Platz geht."

Auf Platz zehn hat die Austria bereits 16 Punkte Rückstand auf Leader Salzburg. So wird für Ilzer der Spielraum immer kleiner. "Druck haben wir von der ersten Runde weg. Hier war es noch nie ruhig, seit ich hier bin", gab der zu Protokoll. Er werde mit "maximalem Einsatz" weiterarbeiten, spüre nach wie vor den nötigen Rückhalt im Verein. Beim WAC zu bleiben, wäre für ihn "sicher der einfachste, der unkomplizierteste Weg gewesen", verriet Ilzer. "Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich keine einfachen, bequemen Wege wähle."