Österreichs U21 schaffte historisch erste EM-Teilnahme. Österreichs Fußballverband darf sich über die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde im U21-Bereich freuen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. November 2018 (20:59)
APA
Trainer Werner Gregoritsch mit dem Goldtorschützen Adrian Grbic

Die Auswahl von Trainer Werner Gregoritsch siegte am Dienstag im Play-off-Rückspiel der Qualifikation gegen Griechenland mit 1:0 (0:0) und buchte damit das Ticket für das Turnier in Italien und San Marino im nächsten Juni.

Adrian Grbic erzielte in der NV Arena von St. Pölten in der 51. Minute per Freistoß den entscheidenden Treffer. Kapitän Philipp Lienhart und Co. hatten bereits das Hinspiel in Griechenland am vergangenen Freitag mit 1:0 gewonnen. Österreich, zuletzt 2016 im Play-off an Spanien gescheitert, kann in der wichtigsten Nachwuchsklasse bei der EM damit auf Gegner wie Titelverteidiger Deutschland, England, Spanien, Italien oder Frankreich treffen. Die Auslosung für das Turnier mit zwölf Mannschaften findet Freitag (18.00 Uhr) in Bologna statt.

Der Erfolg gegen die Griechen war ein hart erkämpfter. Österreich lief vor knapp 3.000 Zuschauern mit zwei Veränderungen ein. Der in Saloniki gesperrt gewesene Maximilian Wöber und der vom A-Team nachgerückte Konrad Laimer kamen in die Startelf. Lienhart begann im zentralen Mittelfeld. Die ersten Minuten gehörten aber den Gästen. Griechenland, wo mit Efthymios Koulouris vom Canadi-Club Atromitos der aktuell beste Torschütze der griechischen Liga dazugestoßen war, war der Führung bei einem Kopfball von Lazaros Lamprou (8.) sehr nahe.

Nach zehn Minuten waren die Österreicher im Spiel und kamen zu einer Serie an Eckbällen. Eine zwingende Möglichkeit blieb vorerst aus. Die von Griechenlands Torhüterlegende Antonis Nikopolidis betreuten Südeuropäer gingen aggressiv zu Werke, ein wuchtiger Kopfball von Zisis Karachalios nach einem Eckball ging genau auf Alexander Schlager (25.). Österreichs Offensive taten sich gegen die forsch attackierenden Griechen schwer. Kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Rot-Weiß-Roten noch zu einer Chance, Wöbers Abschluss nach einer Freistoßflanke zwang Griechenlands Torhüter zu einer Flugeinlage (42.).

Die zweite Spielhälfte bot zunächst ein wie gehabt umkämpftes Spiel. Nach einem weiteren Foul an Hannes Wolf trat Altachs Angreifer Grbic zum Freistoß an, seinen platzierten Schuss aus gut 25 Metern konnte der Torhüter nicht mehr parieren. Für den Torschützen war zehn Minuten später Schluss, anstelle des angeschlagenen kam Marko Kvasina aufs Feld. Der Angreifer war wie Lienhart und Laimer schon vor zwei Jahren gegen Spanien dabei.

Das Spiel lief nun für die verbesserten Österreicher, die ihrerseits kompakt blieben und keine Räume preisgaben. Griechenland konnte nicht mehr zusetzen und begann zunehmend mit dem Spielverlauf zu hadern. Auch die Schlussoffensive der Gäste brachte nichts mehr ein. Alexander Schlager im ÖFB-Tor blieb ungeprüft.

Österreichs Fußball-U21-Team beendete damit eine lange Durststrecke. Die ÖFB-Auswahl wird bei der 22. Europameisterschafts-Auflage, die 2019 in Italien und San Marino stattfindet, ihren Premieren-Auftritt geben. Nach knapp negativ verlaufenen Duellen mit Finnland (2008) und Spanien (2016) endete Österreichs dritter Play-off-Anlauf endlich mit einem Erfolgserlebnis.

Die Mannschaft von Teamchef Werner Gregoritsch sorgt für ein Jubiläum. Zum 30. Mal in der Geschichte wird ein männliches ÖFB-Team bei einer Nachwuchs-Endrunde vertreten sein. Auf EM-Ebene ist es die 24. Teilnahme. Am öftesten war Österreich mit der U16-EM (9 Teilnahmen) in einem Bewerb vertreten, den es mittlerweile nicht mehr gibt. Da gelang auch der bisher größte Erfolg. 1997 in Deutschland zog man erst im Finale - nach einem 0:0 mit 4:5 im Elfmeterschießen gegen Spanien - den Kürzeren.

Es war die bisher einzige Endspiel-Teilnahme. Ins Halbfinale schafften es zudem sechs weitere ÖFB-Auswahlen, fünf davon auf EM-Ebene. Die U16 wurde 1994 in Irland Vierter. Rang drei gab es für die U19 2003 in Liechtenstein, die U17 2003 in Portugal, die U19 2006 in Polen und die U19 2014 in Ungarn. Auf der WM-Bühne war der vierte Rang der von Paul Gludovatz gecoachten U20 im Jahr 2007 in Kanada der bisherige Meilenstein.

2015 schaffte es die ÖFB-U20 in Neuseeland immerhin ins Achtelfinale, es war die bisher letzte WM-Teilnahme. Das Turnier fiel in einen Zeitraum, in dem Österreich konstant bei Großereignissen vertreten war. Zwischen 2013 und 2016 waren es, U17 und U19 zusammengerechnet, gleich acht Endrunden-Teilnahmen. Zuletzt lief es allerdings nicht nach Wunsch, die Turniere von 2017 und 2018 gingen ohne ÖFB-Beteiligung über die Bühne. Damit geht kommenden Juni (16. bis 30.) dank der U21 eine weitere ÖFB-Durstrecke zu Ende.