Prominenz fehlt, Geschäft bleibt: Camps weiter beliebt. Die Prominenz kommt nicht mehr, das Geschäft bleibt. Österreichs Camps bleiben bei internationalen Fußball-Clubs gefragt, wie auch heuer anhand ausgebuchter Trainingsplätze zu bemerken ist.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. Juli 2019 (09:00)
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Oliver Glasner ist in Schladming einquartiert

Treu bleiben den Veranstaltern die Gäste aus dem Nachbarland. Alleine aus der deutschen Bundesliga bestreiten 13 Vereine Teile ihre Vorbereitung in Österreich. Dabei sind auch Adi Hütter, der mit Eintracht Frankfurt in Windischgarsten weilt, oder Neo-Wolfsburg-Coach Oliver Glasner, der in Schladming einquartiert ist. Schalke 04 oder Werder Bremen dürfen bereits als Stammgäste gelten, auch Aufsteiger Union Berlin reist nach Oberösterreich. Zu den Vertretern der ersten Spielklasse kommen noch einige andere wie der Hamburger SV (Kitzbühel), St. Pauli (Mayrhofen), Dynamo Dresden (Längenfeld) oder der von Damir Canadi betreute 1. FC Nürnberg (Maria Alm).

Wie die in Salzburg beheimatete Agentur SLFC (Salzburger Land Fußball Camps) berichtet, wurden im Vorjahr über 80 Profi-Mannschaften und 19 Nationalteams aus 28 Ländern betreut. Über 42.000 Nächtigungen wurden dadurch verbucht, wie der Marktführer ausführt. Dazu kommen noch zahlreiche Testspiele, die organisiert werden. Davon profitieren auch Österreichs Vereine.

So hat Meister Salzburg mit Chelsea einen Gegner von Format an Land gezogen. Am 31. Juli - also bereits nach Liga-Start - wird der Europa-League-Sieger in der Red-Bull-Arena gastieren. Die Engländer kommen rund um die Partie für einige Tage nach Saalfelden. Chelsea bildet damit die große Ausnahme. Waren einst Kicker von Arsenal, Paris Saint-Germain, der AS Roma oder Real Madrid in Österreich zu sehen, sind diese in den Sommermonaten nun hauptsächlich in Asien oder den USA auf Tour. Dort winkt das große Geld, dort finden Testspiele vor ausverkauften Arenen statt.

Der Veranstalter IFCS (International Football Camp Styria) hielt mit einem Turnier in Pöllau dagegen. Ein Preisgeld von 100.000 Dollar wird unter den vier russischen Clubs Rostow, Spartak Moskau, Krasnodar und ZSKA Moskau ausgespielt. Erfunden wurde das Event von einem russischen TV-Sender, der dadurch eine Reichweite von 15 Millionen Zuschauern in Russland erreichen wollte.

Neben den vier genannten Vereinen setzen noch drei weitere russische Clubs auf ein Camp in der Steiermark. Sie schätzen das Wetter, die Infrastruktur und die verhältnismäßig kurze Anreise. Argumente, die auch Ajax Amsterdam wieder nach Österreich führen. Der Champions-League-Halbfinalist wohnt heuer in Bramberg am Wildkogel.

Neben der in Deutschland tätigen Riege an Teamspielern weilen auch England-Exporte in der Heimat. Ralph Hasenhüttl reist mit Southampton ins Montafon, ein Testspiel gegen Altach ist für 14. Juli geplant. Dazu kommen der wieder zu Brighton zurückgekehrte Markus Suttner (in Irdning) sowie Marko Arnautovic, der mit West Ham United in Bad Waltersdorf absteigt.

Bereits jetzt sind die "Hammers" noch ohne den angeblich abwanderungswilligen Wiener in der Schweiz auf Trainingslager. Auch in diesem Fall profitiert Altach mit einem Vorbereitungsmatch am 11. Juli. Der WAC darf sich indes über Spiele gegen Schachtar Donezk (8. Juli in Velden) und Girondins Bordeaux (13. Juli in Wolfsberg) freuen.