Sieg über Salzburg für Bickel wichtiger als bei Inter. Erst Inter Mailand, dann Red Bull Salzburg: Auf Rapid warten zwei Highlights innerhalb von drei Tagen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 21. Februar 2019 (11:51)
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Rapid stehen zwei Spitzenspiele bevor

Im Ligaschlager zum Frühjahrsstart gilt es, die Mini-Chance auf das obere Play-off zu wahren. Deshalb wäre ein Sieg am Sonntag für Rapids Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel wichtiger als eine Sensation in der Europa League gegen den 18-fachen italienischen Fußball-Meister.

"Das kann man so sagen, wobei ich würde auch beide nehmen", sagte der Schweizer in Mailand im APA-Gespräch. Die Wiener müssten am Donnerstagabend in Mailand ein 0:1 drehen, um ins Achtelfinale einzuziehen. "Wir müssen realistisch bleiben, das ist eine andere Liga", wusste Bickel. Auch deshalb wäre er schon mit einem Teilerfolg zufrieden: "Ein Punkt wäre goldwert im Hinblick auf die UEFA-Wertung."

Über die Doppelbelastung wollte er nicht jammern. "Zum Rückrundenbeginn stört uns das nicht groß, ganz im Gegenteil, es ist eine Chance, dass du das Selbstvertrauen mehr aufbauen kannst", sagte Rapids Sportchef. Alles andere als eine Niederlage würde Rapids Brust vergrößern. "Wichtig ist, dass du nicht einen Rückschlag hast, dass du nicht sofort wieder zu zweifeln beginnst", betonte Bickel.

Erfolge sollen dieser Tage mit Rotation gelingen. Kühbauer hat aufgrund der Enge des Kaders die Qual der Wahl. Die Spieler, die laut dem Rapid-Coach bei einer Nicht-Berücksichtigung "den Kopf nicht hängen lassen dürfen", gehen vorerst gelassen damit um. "Jeder will spielen, keine Frage, aber der Trainer stellt auf und nicht die Spieler. Von daher gilt es, beim Training Gas zu geben", sagte Offensivspieler Christoph Knasmüllner.

Spannend wird es in Zukunft, wenn die englischen Wochen wohl vorbei sind. "Im Verlauf der Rückrunde wird es nicht einfach für die Trainer, aber ich habe das Vertrauen, dass sie es so abwickeln, dass die Mannschaft bei Laune gehalten werden kann", zeigte sich Bickel zuversichtlich. Denkbar ist auch noch eine Kader-Reduktion, gewisse Transferfenster sind noch offen.

In der Offensive ist mit Aliou Badji ein neuer Stürmer dazugestoßen, wobei die Arbeitsbewilligung für den Senegalesen fehlt. "Es ist anscheinend nicht ganz so einfach in Wien die Arbeitsbewilligung zu erhalten, aber wir sind guten Mutes, dass es diese Woche noch klappt", gab Bickel Einblick.

Der 21-Jährige wird sich mit Deni Alar und vor allem Andrija Pavlovic um den Platz vorne streiten. Pavlovic zeigte beim 5:2 im Cup gegen Hartberg mit einem Doppelpack auf. "Wie er jetzt gutgesprochen wird, muss man relativieren, genauso wie er zuvor schlechtgesprochen wurde", meinte Bickel.

Pavlovic ist wie seine Kollegen bis mindestens 2020 gebunden, offen ist nur die Zukunft von Andrei Ivan, den man dank einer Option nach Saisonende für zwei Jahre verpflichten kann. Viel Platz für Veränderungen bleibt da nicht. "Das ist die Kehrseite. Aber ich nehme lieber dieses Risiko, als dass ich in ganz schwierigen Situationen auch noch Vertragsdiskussionen habe", gab Bickel Einblick.

Trotz gültiger Verträge rechnet der Rapid-Sportchef mit Sommer-Abgängen. "Durch die europäischen Auftritte ist der eine oder andere Spieler in den Fokus gekommen. Ob wir es wollen oder nicht, es wird den ein oder anderen Abgang geben", vermutete Bickel. Ziel ist es aber die Topspieler zu halten. Dazu zählt Kapitän Stefan Schwab, mit dem erste Gespräche bezüglich einer Verlängerung seines bis 2020 datierten Vertrages geführt wurden.

Keine Diskussionen gibt es bezüglich der Bickel-Zukunft. Die 2018 per Handschlag fixierte Fortsetzung der Zusammenarbeit wird halten. "Die Unterschrift ist noch nicht erfolgt, das ist aber nur eine Zeitfrage gewesen", so Bickel.

Er rechnete damit, dass Salzburg mit einem Erfolgserlebnis nach Wien kommt. "Ich glaube ganz bestimmt, dass sie die Hürde schaffen. Für mich sind sie fast noch eine Spur besser als in der letzten Saison, also traue ich ihnen wieder alles zu und würde mich auch für sie freuen. Denn du darfst nie vergessen, dass sie etwas für den österreichischen Fußball tun, was dir entgegenkommt", verlautete Bickel, der im Titelkampf ein "Bullen"-Solo erwartet.