Nächtlicher Heli-Einsatz im Alpinen. Sportler erlitt in den Abendstunden schweren Herzinfarkt und benötigte rasche Hilfe. Die "gelben Engel" kamen dem Mann zu Hilfe und brachten ihn ins Spital.

Von Stefan Obernberger. Erstellt am 13. März 2018 (11:59)
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Es war bereits stockdunkel, als vergangene Woche die Crew von Christophorus 14 zu einem Einsatz auf die oberösterreichische "Hutterer Höss" (Hinterstoder, Bezirk Kirchdorf/Krems) alarmiert wurde. Ein Mann hatte in der Nähe der Mittelstation in einem Hotel einen Herzinfarkt erlitten und benötigte dringend ärztliche Hilfe. Nachdem das Wetter jedoch gut und die Nachtsichtbrillen vorbereitet waren, hob die Besatzung trotz der Finsternis ab.  

Über die westlichen Ausläufer des Toten Gebirges, vorbei am mächtigen Hochmölbing, hinüber nach Hinterstoder führte die Flugroute.

"Es werden Dinge möglich, die noch vor drei Jahren undenkbar waren“

Weil die Pistenretter zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Dienst waren, unterstützte kurzerhand das Pistenraupenteam bei der Landung das Notarztteam. Sie positionierten sich mit den Drehlichtern und gestalteten auf diese Weise einen Landeplatz. "Sie dachten sogar daran, die Scheinwerfer kurz vor der Landung abzuschalten, um den Piloten nicht zu blenden", unterstreicht ein Retter das vorbildliche spontane Aushelfen.

Per Skidoo wurden Notarzt und Notfallsanitäter die letzten Meter zum Hotel gebracht. Nach notärztlicher Erstversorgung noch vor Ort wurde der Mann wieder zum Helikopter gebracht, mit dem der Wintersportler schließlich ins Welser Klinikum geflogen wurde. Dort wartete bereits ein Ärzteteam im Herzkatheter-Labor auf den Patienten, um den Infarkt zu behandeln. Um 22 Uhr schließlich landete die C14-Crew wieder am Stützpunkt in Niederöblarn (Bezirk Liezen) und trat die Heimreise an.

„Die moderne Ausrüstung mit Restlichtverstärkern und die Filterung der Cockpitbeleuchtung zusammen bringen uns Bedingungen, die jenen untertags schon sehr nahe kommen. Es werden Dinge möglich, die noch vor drei Jahren undenkbar waren“, sagt Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, der bei diesem Einsatz selbst im Cockpit saß. „Zukünftig werden immer mehr Patienten davon profitieren. Es wird noch weitere technische Errungenschaften geben und irgendwann werden wir zu jeder Tages- und Nachtzeit Menschen in Notsituationen helfen können, egal wo sie sich befinden – der von uns eingeschlagene Weg ist vielversprechend.“