Brand in Entsorgungsfirma: Ursachenforschung begonnen. Nach dem Brand in einer Entsorgungsfirma in Hörsching (Bezirk Linz-Land), der am Donnerstag neun Verletzte gefordert hatte, haben am Freitag Ermittler mit der Ursachenforschung begonnen. Sie wurden dabei von den Feuerwehren unterstützt. Diese waren zudem mit Ablöschen von Glutnestern beschäftigt und stellten eine Brandwache.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 11. Oktober 2019 (13:26)
APA (fotokerschi.at)
Großeinsatz der Feuerwehr in Hörsching

Das Feuer war nach einer Explosion an einer Pressmaschine in einer Halle um 8.10 Uhr ausgebrochen. Mehr als 20 Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude. Durch die Detonation wurden Fenster und Fensterstöcke herausgerissen, auch die Brandschutztür zum angrenzenden Bau hielt ihr nicht stand. Neun Personen wurden verletzt, drei davon schwer. Beim Eintreffen der Feuerwehren hatten bereits alle Mitarbeiter die Halle verlassen, die Verletzten waren von ihren Kollegen geborgen worden.

Die 250 Helfer der 18 alarmierten Feuerwehren begannen mit den Löscharbeiten. Abrissbagger halfen beim Öffnen der Gebäude, um besser an die Brandherde zu gelangen. Eine dritte Halle konnte gehalten werden. "Brand aus" wurde noch am Donnerstag gegen 21.00 Uhr gegeben. Der Großteil der Feuerwehren beendete den Einsatz. Zurück blieben vier mit rund 20 Personen. Diese führten in der Nacht auf Freitag Ablöscharbeiten durch, außerdem stellten sie eine Brandwache, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Ermittler des Landeskriminalamts und der Brandverhütungsstelle trafen ebenfalls unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers ein. Sie konnten aber zunächst die Halle, von der das Feuer ausging, nicht betreten, auch am Freitag bestand noch Einsturzgefahr. Die Ermittler gaben Anweisungen, wie ein Bagger den Weg zum Ausgangspunkt des Unglücks freimachen sollte. Dabei kam es darauf an, Spuren, die zur Klärung der Brandursache führen können, nicht zu zerstören. Die Ermittlungen dürften mehrere Tage dauern.

Über die Ursache kann vorerst nur spekuliert werden. Dass die Abfälle von den Haushalten nie sortenrein getrennt werden, sei ein bekanntes Problem. Deswegen gebe es Anlagen zur Sortierung, stellte der Sprecher des vom Brand betroffenen Konzerns Energie AG Oberösterreich Michael Frostel fest. Für die Plastikmüllbeseitigung sei bereits eine Ersatzlogistik aufgebaut worden: Ein firmeneigener Standort in Linz wird dafür eingesetzt und eine Halle mit 1.500 Quadratmetern Fläche in der Nähe des Brandortes angemietet. Sollte das nicht ausreichen, stehe auch noch die Welser Abfallverwertung (WAV) zur Verfügung. Frostel versicherte: "Für unsere Kunden sollte der Brand keine Auswirkungen haben". Der Schaden konnte noch nicht beziffert werden, dürfte aber "in die Millionen" gehen.

Über den Zustand der insgesamt neun Verletzten war am Freitag nichts bekannt. Dass zwei Schwerverletzte nach München beziehungsweise nach Wien geflogen wurden nahm die Gewerkschaft PRO-GE zum Anlass, eine Rückkehr der Brandverletzten-Station ins Linzer Unfallkrankenhaus zu fordern. Diese war mit Jahresende 2016 aus Kosten- und ärztlichen Gründen geschlossen worden. "Wer den Anspruch stellt, das Industriebundesland Nummer eins zu sein, kann nicht bei der Gesundheit der Arbeitnehmer sparen", lautete das Argument. Außerdem sei die aktuelle Situation nicht nur für die Opfer, sondern auch für die Angehörigen nicht zumutbar: Sie müssten Hunderte Kilometer für einen Besuch im Krankenhaus fahren.