Fast 140 Tote wegen gepanschtem Schnaps. Fast 140 Arbeiter indischer Teeplantagen sind nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps gestorben. Die Behörden sprachen am Samstag von mindestens 139 Todesopfern.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Februar 2019 (10:26)
APA/dpa
Manche verlangen ein komplettes Verbot von Alkohol

Fast 300 Menschen würden inzwischen wegen Vergiftungen im Krankenhaus behandelt. Manche Patienten seien in einem ernsten Zustand, sagte Behördensprecherin Roshni Aparanji Korati.

Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass die Zahl der Toten im nördlichen Bundesstaat Assam noch ansteigt. Die Arbeiter sollen den gepanschten Schnaps am Donnerstag getrunken haben, bis Freitag waren dann 22 Menschen gestorben. Ersten Erkenntnissen zufolge enthielt das Getränk eine erhebliche Menge Methanol, das - in größerem Umfang konsumiert - tödlich wirkt.

Nach Angaben der Polizei im Distrikt Golaghat wurden der Besitzer einer örtlichen Brennerei sowie zehn weitere Männer, die mit der Herstellung und dem Vertrieb des Schnapses in Verbindung stehen sollen, festgenommen. Assams Gesundheitsminister Himanta Biswa Sarma besuchte einige Opfer im Krankenhaus in Jorhat und kündigte an, "die Täter jener Tragödie nicht zu verschonen". Die Hinterbliebenen jedes Todesopfers sollen 200.000 Rupien (knapp 2.500 Euro) erhalten.

Rund 1.000 Menschen meist aus ärmeren Verhältnissen sterben laut Regierungsdaten jährlich in Indien am Konsum gepanschten Alkohols. Schwarz gebrannter Schnaps ist in Indien sehr beliebt, weil er billiger verkauft wird als importierter Alkohol oder etablierte indische Marken. Nicht selten werden die Getränke mit Industrie-Alkohol und anderen Substanzen hergestellt, was nicht selten zu schweren Vergiftungen führt.

Schon in der Vergangenheit kam es zu dramatischen Todesfällen: So starben 200 Menschen im Jahr 1992 im Bundesstaat Odisha, 2011 waren es 180 in Westbengalen. Und erst vor knapp zwei Wochen kamen im nordindischen Staat Uttar Pradesh mehr als 100 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps ums Leben.