Mindestens 19 Tote nach neuem Erdbeben auf Lombok. Nur eine Woche nach dem schweren Erdbeben auf Lombok hat es auf der indonesischen Ferieninsel erneut heftig gebebt. Mindestens 19 Menschen kamen ums Leben, dutzende wurden verletzt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 05. August 2018 (20:33)
APA/ag.
Auch auf Bali sorgte das Erdbeben für Zerstörungen

Unter den Toten sei auch ein einjähriges Kind, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Lokale Medien berichteten von Gebäudeschäden auf Lombok und der Nachbarinsel Bali.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7,0, eine Tsunami-Warnung wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Lokale Medien berichteten von Gebäudeschäden auf Lombok und der westlichen Nachbarinsel Bali. Der Korrespondent des australischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks ABC, David Lipson, berichtete von Schäden an Balis Flughafen.

Das Epizentrum des Erdstoßes lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte 18 Kilometer nordwestlich von Lombok im Meer - und damit weit entfernt von den Touristenzentren im Süden und Westen der Insel. Demnach folgten auf den schweren Erdstoß zwei Nachbeben, eines davon mit einer Stärke von 5,4.

Meerwasser überflutete zwei Dörfer mit einer Höhe von zehn und 13 Zentimeter, wie Karnawati bekannt gab. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde ging davon aus, dass zahlreiche Gebäude in Lomboks Hauptort Mataram beschädigt worden seien. Die meisten Häuser seien mit nicht besonders widerstandsfähigem Material gebaut worden.

In Mataram sorgte das Erdbeben für Schrecken. "Alle rannten sofort aus ihren Häusern, jeder war in Panik", sagte ein Einwohner. Eine 47-jährige Frau berichtete, dass infolge des Bebens der Strom ausgefallen sei. Patienten seien aus dem größten Krankenhaus der Stadt in Sicherheit gebracht worden.

Der Erdstoß war auch in rund 100 Kilometer Entfernung auf Bali zu spüren gewesen. Einwohner und Touristen rannten schreiend auf die Straße. Es hat ordentlich gewackelt", schilderte der 22-jährige Wiener Clemens Salomon das Beben. Er und seine gleichaltrige Reisebegleiterin Teresa Hermann, ebenfalls aus Wien, hatten es auf der zu Indonesien gehörenden Insel erlebt. "Wir waren zu diesem Zeitpunkt bei der Massage."

Als die Erschütterungen begannen, seien nicht nur die Masseurinnen aus dem Lokal im ersten Stock sofort ins Freie geflüchtet, erzählte Salomon am Telefon. "Tesi sprang vom Massagetisch und lief sogar nackt auf die Straße." Sie war geschockt. Der Schreck über das Erlebte stand der jungen Wienerin laut der Schilderung im Gesicht. "Gefühlt hat es eine halbe Minute lang gewackelt", sagte Salomon weiter. Noch während des Telefonats berichtete er zudem von einem spürbaren Nachbeben.

Erst vor einer Woche hatte sich 50 Kilometer nordöstlich von Mataram ein Beben ereignet. Nach dem ersten Erdstoß gab es zwei weitere starke Beben sowie mehr als hundert Nachbeben. Hunderte Gebäude und ein Krankenhaus wurden damals im Erdbebengebiet zerstört. Mehr als 500 Wanderer mussten von einem aktiven Vulkan gerettet werden, wo sie nach dem Erdbeben zunächst festgesessen hatten. Unter den betroffenen Touristen waren auch Österreicher.