Unwetter: Markusplatz in Venedig überschwemmt. Weil das Dammsystem MOSE am Dienstag nicht eingesetzt wurde, ist der Markusplatz in Venedig überschwemmt worden. Wasser drang auch in den Markusdom ein. "Die Situation ist dramatisch. Wenn das Wasser weiterhin steigt, werden auch die Kapellen im Inneren der Basilika überschwemmt", warnten die Behörden laut lokalen Medien am Dienstag. Nach den tarken Regen- und Schneefällen in Italien besteht unterdessen auch weiterhin hohe Lawinengefahr.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 08. Dezember 2020 (18:09)
Venedig rechnete nicht mit so starken Regenfällen
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Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, betonte, dass der Wasserpegel wegen des unerwartet starken Schirokkowindes auf 145 Zentimeter steigen könnte. Die Gemeinde erklärte, dass das Dammsystem MOSE nicht aktiviert worden sei, weil die Wetterexperten am Dienstagvormittag noch mit einer Flutwelle von 130 Zentimetern gerechnet hatten. Die Verschlechterung der Wetterlage sei plötzlich aufgetreten, daher habe die Stadt unvorbereitet reagiert.

Der Einsatz von MOSE muss 48 Stunden im Voraus geplant werden. In den vergangenen Tagen war das Dammsystem zwei Mal eingesetzt worden, damit blieb die Lagunenstadt trocken.

Ganz Italien ist seit Tagen von einer Schlechtwetterfront belastet. Venetiens Regionalpräsident Luca Zaia sprach von Schäden in der nordöstlichen Region in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro. Der Zivilschutzbehörde zufolge galt am Dienstag für die Regionen im Nordosten Italiens sowie um Rom und südlich davon die höchste Wetterwarnstufe Rot.

Nach starken Regen- und Schneefällen in Italien besteht weiterhin Gefahr durch Lawinen. Für Teile Südtirols gelte die zweithöchste Warnstufe, teilten die Behörden am Dienstag mit. Oberhalb von 2.600 Metern seien Lawinen an steilen Grashängen jederzeit möglich. Auch der Verkehr ist weiterhin beeinträchtigt, viele Berg- und Passstraßen in höheren Lagen sind gesperrt. Die Brennerautobahn konnten Autofahrer weiterhin nutzen.

Anders war die Lage am Dienstag auf der Schiene. Die Brennerbahnlinie blieb wegen eines Erdrutsches bei Bozen gesperrt. Auf anderen Strecken bereiteten umgestürzte Bäume Probleme. Weiter südlich hielten starke Regenfälle die Rettungskräfte in Atem. In den Regionen Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Emilia Romagna, Kampanien und Sizilien zählte die Feuerwehr Tausende Einsätze.

Seit dem Wochenende hatte der Regen für Überschwemmungen gesorgt. Mindestens zwei Menschen waren in Italien ums Leben gekommen. Laut italienischem Innenministerium wurden rund 430 Menschen bei Evakuierungen gerettet.