750.000 Menschen feierten am Wiener Silvesterpfad. Zum Jahreswechsel ist die Wiener Innenstadt einmal mehr von den Massen gestürmt worden: 750.000 Besucher aus dem In- und Ausland begrüßten in der Nacht von Montag auf Dienstag am Silvesterpfad das neue Jahr 2019. Die 29. Ausgabe des Freiluft-Festes lockte mit Live- und DJ-Musik, Walzerkursen, Kinderunterhaltung und - erstmals - der "Straße des Glücks" samt Kartenlegen und Wahrsagerei.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Januar 2019 (14:17)
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Die übliche Partystimmung in der Innenstadt

Trotz des Andrangs verlief die Sause im Allgemeinen ruhig und friedlich. Zwölf Standorte wurden im ersten Bezirk bespielt, darunter auch der Graben, der Rathausplatz, die Freyung oder der Stephansplatz. Darüber hinaus gab es mit dem Pratervorplatz und der Seestadt Aspern wieder zwei Pfad-Außenstellen. Highlights um Mitternacht waren neben dem kollektiven Walzertanzen und dem Läuten der Pummerin die Feuerwerke beim Rathaus bzw. beim Riesenrad.

Um 2.00 Uhr war dann Schluss mit Feiern. Während die Besucher nach Hause fuhren oder ihren Weg in die umliegenden Lokale fanden, rückten die städtischen Putztrupps aus. Rund 110 Mitarbeiter der MA 48 kümmerten sich um die Abfälle der Feiermeute. Laut Rathaus werden an die 400 Kubikmeter Müll - vor allem Scherben und Papier, beseitigt. Mit acht kleinen und fünf großen Kehrmaschinen, einem Kran mit einer 32 Kubikmeter fassenden Einsatzmulde, drei Müllwägen sowie 16 Pritschen und Kleinladegeräten waren die orangen Saubermacher zugange.

Im gesamten Wiener Stadtgebiet ist kam es in der Nacht zu mutwilligen, teils schweren Sachbeschädigungen durch die illegale Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen. In der Leopoldstadt explodierte eine Rakete nahe einer Personengruppe, ein Mädchen wurde mit Brandwunden ins Spital gebracht. In Meidling schlugen sich Jugendliche, berichtete die Polizei am Neujahrstag.

In verschiedenen Bezirken wurden mehrere Zigarettenautomaten, Mistkübel und Postkästen sowie Busstationen durch das Zünden von Böllern beschädigt oder zerstört. Es kam auch zu Beschädigungen von abgestellten Fahrzeugen. Die Polizei sprach einige Waffenverbote nach rechtswidriger Verwendung von Schreckschusspistolen aus.

Im Bereich Hügelpark in Meidling griff eine rund 20-köpfige Gruppe unbekannter Jugendlicher fünf andere Teenager an. Zwei Personen wurden verletzt in ein Spital gebracht. Für eine Kiosk-Verkäuferin in der Leopoldstadt hagelte es sieben Anzeigen, nachdem sie beim illegalen Verkauf von diversen, teilweise gefährlichen pyrotechnischen Gegenständen verschiedener Klassen erwischt wurde.

In der Rustenschacherallee im zweiten Gemeindebezirk zündeten zwei Unbekannte eine Rakete, die nicht in der Luft, sondern in der Nähe einer Personengruppe am Boden explodierte. Ein 14-jähriges Mädchen wurde verletzt.

Die Wiener Polizei registrierte nach eigenen Angaben in der Silvesternacht wie in den Jahren zuvor ein stark erhöhtes Einsatzaufkommen. In der Landesleitzentrale wurden am Montag und bis Mittag des Neujahrstages mehr als 1.700 Einsätze verarbeitet. Das entspricht einer rund 30-prozentige Steigerung gegenüber dem Durchschnitt. Mit mehr als 400 Anrufen waren Lärmerregungen der häufigste Einsatzgrund. Rund um den Wiener Tierschutzverein in Vösendorf blieb es heuer ruhig - die Gegend war nach Beschwerden im Vorjahr verstärkt überwacht worden.

Der Wiener Silvesterpfad verlief grundsätzlich friedlich. Nach einer vorläufigen Bilanz der Polizei gab es fünf Anzeigen wegen Körperverletzung (eine davon durch pyrotechnische Gegenstände), fünf wegen sexueller Belästigung und acht Anzeigen sowie etliche Organstrafverfügungen wegen Pyrotechnik.