Großbritannien ratifizierte Pariser Klimaabkommen. Großbritannien hat das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Außenminister Boris Johnson setzte am Donnerstag seine Unterschrift unter das Dokument, während bei der UNO-Klimakonferenz in Marokko Vertreter von mehr als 190 Staaten über die Umsetzung des Abkommens berieten, wie sein Ministerium mitteilte. Das Klimaabkommen trat Anfang November in Kraft.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 17. November 2016 (17:53)
APA/dpa/ag
Klimakonferenz in Marrakesch

Bereits mehr als hundert der 195 Unterzeichnerstaaten haben den Pakt ratifiziert. Der globale Klimaschutzvertrag war im Dezember 2015 in Paris beschlossen worden. Er sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Die Klimakonferenz COP22 geht am Freitag im marokkanischen Marrakesch zu Ende.

Sechs wichtige Industrie- und Schwellenländer halten ihre Klimaschutz-Versprechen laut Experten bisher nicht ein. Argentinien, Australien, Kanada, Saudi-Arabien, die Türkei und die USA drohten aktuell die Ziele des Pariser Weltklimavertrags zu verfehlen, schreiben die Autoren der London School of Economics, deren Bericht Donnerstag früh am Rande der Klimakonferenz veröffentlicht wurde.

Den Staaten fehlt es der Untersuchung zufolge an Rahmengesetzgebung zum Klimawandel und an umfassenden Klimazielen, die alle Wirtschaftsbereiche abdecken und mindestens bis zum Jahr 2030 reichen. Zudem drohten alle sechs Länder, ihre Ziele für das Jahr 2020 zu verfehlen - falls sie überhaupt welche haben. Das Paris-Abkommen gilt erst für die Zeit nach 2020.

Deutschland und die fünf G20-Staaten Brasilien, China, Frankreich, Italien und Großbritannien sowie die EU sind hingegen der Untersuchung zufolge auf gutem Kurs, wenn es um die Erfüllung der Paris-Ziele geht.

Auch Österreich wurde in Marrakesch gerüffelt, die Alpenrepublik erhielt am Mittwoch den Negativpreis "Fossil des Tages". Grund dafür war laut Greenpeace "die katastrophale Bilanz Österreichs bei der Entwicklung der klimaschädlichen Treibhausgase sowie das Fehlen einer Zusage für die internationale Klimafinanzierung". Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hielt am Tag danach seine Rede vor der UNO-Vollversammlung und hob dabei hervor, dass Österreich beim Anteil der Erneuerbaren von 34 Prozent am gesamten Energieverbrauch, der 2020 erreicht werden soll, schon fast am Ziel ist.

Bereits 2014 wurde mit 33,1 Prozent der vierthöchste Anteil in der EU erreicht. Insgesamt wies Rupprechter darauf hin, dass nach dem Klimavertrag von Paris auch auf anderen Ebenen einiges erreicht wurde. So haben Vertreter von fast 200 Staaten Mitte Oktober bei einer Konferenz in Ruanda einen allmählichen Verzicht auf die klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) beschlossen. Diese Einigung basierte auf einer im Juli in Wien abgehaltenen Konferenz unter österreichischem Vorsitz.