Neunkirchner baute Kultauto K.I.T.T. nach. Ein Auto. Ein Computer. Ein Mann. Unser Mann ist aber nicht David Hasselhoff, sondern Neunkirchner, heißt Marc Ulm und hat sich mit dem Nachbau des Kultautos aus der Fernsehserie der 80er-Jahre den Traum seiner Kindheit erfüllt. Am 1. Jänner gab es die Jungfernfahrt.

Von Christian Feigl. Update am 24. Januar 2021 (13:25)

„Es war einfach nur geil, ich kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen“, so die Gefühle des 39-Jährigen beim Besuch der NÖN, die mit dem Neunkirchner „David Hasselhoff“ eine Proberunde drehen durfte. Fazit: Der Wagen sieht nicht nur aus wie das Original, sondern hat auch Turboboost und kann sogar sprechen. Sensationell!

Bei der Nachbauarbeit hat Ulm nichts dem Zufall überlassen. Rund 700 Arbeitsstunden hat er in sein Werk gesteckt. Schon allein die Vorbereitung wurde penibel genau geplant: „Vor zwei Jahren habe ich mir bereits das Wunschkennzeichen ‚NK KITT 1‘ gesichert und über ein Jahr nach der Karosserie gesucht.“

Fündig wurde er schließlich bei dem Pontiac Firebird 1991, 3,1 Leiter, 140 PS, im Internet in Holland. „Als ich dem Besitzer die Story erzählt habe, hat er mich für verrückt gehalten“, erinnert sich Ulm und deutet an, dass der Niederländer nicht der Einzige war, der so auf seine Pläne reagierte. In Holland selbst dann eine kleine Ernüchterung: „Das Auto hat ausgesehen, als wäre es mit der Titanic versunken!“

"Typisierung komplizierter als der Autobau"

Mangels Alternativen schlägt der Außendienstmitarbeiter einer Wiener Neustädter Firma aber trotzdem zu, fährt das Auto selbst nach Neunkirchen und beginnt umgehend mit der Herkulesaufgabe. Verbringt nahezu jedes Wochenende in der Garage, schraubt, tüftelt und bastelt. Mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Nach einem Jahr Arbeit ist K.I.T.T. fahrbereit, zum Original kein Unterschied bemerkbar.

Auf Knopfdruck spricht er sogar an die 500 Sätze aus der Fernsehserie – die MP3s dafür wurden mühsahmer Arbeit aus der TV-Serie herausgeschnitten. „Doch die Typisierung gestaltete sich in Wahrheit komplizierter als es der Autobau war“, erinnert sich Ulm an das anschließende Behördenprozedere. Zusammen mit einem Ziviltechniker gelingt ihm das nahezu Unmögliche und nach Wochen des Zitterns hält überglücklich den positiven Bescheid der Behörde in den Händen. Seit 1. Jänner ist K.I.T.T. nun auch offiziell auf den österreichischen Straßen unterwegs.

„Die Reaktionen sind natürlich überwältigend. Es gibt kaum fünf Minuten, die vergehen, in denen das Auto nicht gefilmt wird oder mir jemand den Daumen nach oben zeigt“, freut sich der Neunkirchner. Zum Leidwesen seiner Freundin, die sich erst an den Rummel gewöhnen muss. Und obwohl er K.I.T.T. primär für sich gebaut hat, gibt er zu, diese Momente auch zu genießen. Ein Genuss, den er aktuell aber nicht mit anderen teilen möchte: „Ich habe überlegt, den Wagen etwa für spezielle Anlässe zu vermieten, aber es stecken so viel Herzblut und Nerven drinnen, dass ich das derzeit nicht übers Herz bringen würde“, so seine ehrliche Antwort.

"Mein K.I.T.T. ist unverkäuflich"

Einziger Wermutstropfen – Verbrecher wie in der Fernsehserie kann und darf Ulm keine jagen: „Dafür KITT etwas zu behäbig. Ich würde wohl nur welche erwischen, die zu Fuß gehen…“, muss Ulm, der auch gerne als Hobbyfotograf ist weiß, dass es weltweit doch einige Gleichgesinnte gibt: „Wir haben auch eine eigene WhatsApp-Gruppe mit 25 Mitgliedern, in der wir uns Tipps geben und gegenseitig austauschen.“

Auch Kaufangebote für sein Meisterwerk hat es bereits gegeben: „Derzeit ist mein K.I.T.T. aber unverkäuflich“, findet er da klare Worte. Zum Glück. So wird der Kindheitstraum also noch länger auf Neunkirchens Straßen zu bewundern sein. Und vermutlich nicht der Einzige bleiben, denn der Bastler hat die Lunte jetzt so richtig gerochen: „Ich möchte als nächstes Projekt den Van vom A-Team nachbauen!“