Großvater unter Missbrauchsverdacht. Im Fall des in einem Wiener Spital von seiner Mutter getöteten Babys sind am Dienstag neue dramatische Details bekanntgeworden. Das Motiv für die Tat dürfte in sexuellen Übergriffen innerhalb der Familie liegen. Der Großvater soll sich an der vierjährigen Schwester des Buben vergangen haben. Er wurde am Wochenende festgenommen, bestätigte die Staatsanwaltschaft einen Bericht der "Kronen Zeitung".

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. Januar 2018 (14:55)
APA (dpa/Archiv)
Der Großvater befindet sich in U-Haft

Die Übergriffe sollen laut "Kronen Zeitung" bei einem Familienbesuch beim Großvater zu Weihnachten verübt worden sein. Staatsanwaltschafssprecherin Nina Bussek wollte zum Tatzeitraum aufgrund laufender Ermittlungen keine Auskunft geben. Die 37-jährige Mutter und ihre beiden Kinder wurden Anfang Jänner zum Schutz ins SMZ Ost - Donauspital gebracht, wie die Zeitung berichtete. Das Spital gab auf APA-Anfrage keinerlei Auskunft darüber.

Im Donauspital soll die Mutter am Mittwoch ihr Baby erstickt haben. Eine Spitalsmitarbeiterin entdeckte, dass der Bub tot war, worauf der Vater verständigt wurde. Die 37-Jährige wurde unmittelbar danach noch im Nahbereich des Krankenhauses gefunden. Sie hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Rettung brachte die Frau in ein anderes Spital.

Die Obduktion des Buben ergab, dass das Kind erstickt wurde. Daraufhin wurde am Freitag über die Mutter U-Haft verhängt und die Frau in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingeliefert. Die Vierjährige wurde laut "Krone" von ihrer Mutter nicht verletzt. Unklar blieb, ob und wie schwer das Kind beim Übergriff durch den Großvater verletzt wurde.

Am Wochenende wurde der Großvater der Kinder wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs festgenommen. Am Montag kam er in U-Haft, bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn. Bei dem Mann soll es sich laut "Krone" um einen ehemaligen hohen Beamten eines Ministeriums handeln. Das wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Die Familie war dem Jugendamt im Vorfeld nicht bekannt. Nach Auffliegen des Missbrauchsverdachts wurde die Behörde jedoch vom Krankenhaus informiert. "Wir kümmern uns um das Mädchen und sind mit den Angehörigen in Kontakt", sagte Jugendamtssprecherin Herta Staffa am Dienstag der APA.