Österreichweite Eisenbahn-Warnstreiks am Montag. Die Gewerkschaft vida hat Eisenbahn-Warnstreiks für kommenden Montag beschlossen. Es könnte dem Vernehmen nach nur am Montag oder auch darüber hinaus gestreikt werden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. November 2018 (17:21)
Wie lange gestreikt wird, ist noch unklar
APA (Schlager)

Die Kollektivvertragsverhandlungen waren in der Nacht auf Donnerstag unterbrochen worden. Die Arbeitgeber boten ein Gehaltsplus von 3 Prozent, was die Gewerkschaft als "lächerlich" bezeichnet.

"Die Gremien der Gewerkschaft vida haben nach intensiven Beratungen einstimmig über alle Fraktionen hinweg österreichweite Warnstreiks im gesamten Eisenbahnsektor beschlossen", so vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit und der Vorsitzende des Fachbereichs Eisenbahn, Günter Blumthaler.

"Die Arbeitgeber haben uns keine Wahl gelassen. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner haben Österreich zum Bahnland Nummer eins in der EU gemacht und lassen sich nicht mit Almosen bei den Gehaltserhöhungen abspeisen. Das letzte Angebot der Arbeitgeber hat inflationsbereinigt im Schnitt lediglich 15 Euro brutto im Monat ausgemacht", kritisierte Hebenstreit.

In der Nacht auf Donnerstag waren die Kollektivvertragsverhandlungen zwischen der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida und dem Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) unterbrochen worden. Rund 40.000 Bediensteten sind in eisenbahnspezifischen Berufen tätig.

"Jetzt wird es schnell sehr laut werden", machte Hebenstreit seine Androhung war. Der Fachverband Schienenbahnen habe sein "von Anfang an lächerliches Angebot lediglich weiter aufrechterhalten", kritisierte er. "Die Leistungen der Eisenbahnerinnen, ihre hohe Produktivität und Flexibilität, werden so mit Füßen getreten. Für weitere Scheinverhandlungen und Zeitverschwendung stehen wir nicht zur Verfügung."

Blumthaler fordert ein "ordentliches Gesamtpaket mit höheren Einstiegsgehälter und weiteren Attraktivierungen im KV-Rahmenrecht", auch "um ausreichend neues und qualifiziertes Personal für die Bahnen gewinnen können".

Hebenstreit erneuerte die Forderung nach einem "fairen Angebot, das sich aus der Inflationsabgeltung sowie aus einem gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum sowie aus der stark gestiegenen Produktivität der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie Verbesserungen im Rahmenrecht zusammensetzen muss".

Eine Prozentzahl nennen die Arbeitnehmer nicht offiziell. Dem Vernehmen nach sollen es 5 Prozent sein. "Unseren Forderungen werden wird jetzt mit gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen Nachdruck verleihen. Sollte sich die Wirtschaftskammer endlich zu einem fairen Angebot durchringen können, sind wir gerne bereit, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren."

Die Arbeitgeber boten 3 Prozent, was die Gewerkschaft als "lächerlich" bezeichnet. Dass die Arbeitgeber ihren Mitgliedsbetrieben empfehlen, die Löhne- und Gehälter um diesen Wert "freiwillig" zu erhöhen, empfindet die vida als Provokation.