Verfassungsschutz ermittelt nach Mord in Gerasdorf. An der Brünner Straße (B7) in Gerasdorf bei Wien ist am Samstagabend ein russischer Asylwerber erschossen worden. Ein Tatverdächtiger wurde im Verlauf einer Fahndung in Linz festgenommen.

Von APA, Redaktion und Veronika Löwenstein. Erstellt am 05. Juli 2020 (10:30)
Der Tatort wurde großräumig abgesperrt
APA

Das teilte Walter Schwarzenecker von der Landespolizeidirektion Niederösterreich mit. Die Hintergründe der Bluttat sind weiter unklar. 

Meldungen, wonach sich die Tat auf dem Parkplatz des Einkaufzentrums G3 ereignet hätte, wären aber falsch, betont man auf NÖN-Anfrage von Seiten der NÖ Landespolizeidirektion. Das Verbrechen ereignete sich im Bereich der Einfahrt zu einer Baufirma. Überhaupt würden derzeit sehr viele Gerüchte kursieren, die man nicht bestätigen könnte, so eine Sprecherin.

Die Polizei war gegen 19.30 Uhr via Notruf von dem Verbrechen verständigt worden. Der Mann, ein 43-jähriger russischer Staatsbürger, wurde mit einem Kopfschuss niedergestreckt, worauf das Gebiet rund um den Tatort großräumig abgesperrt wurde.

Ein Hinweis auf ein mögliches Täterfahrzeug bei der Fahndung hatte eine Nachfahrt auf der Westautobahn (A1) in Fahrtrichtung Linz zur Folge, sagte Schwarzenecker. Unter Beiziehung des EKO-Cobra wurde dem Sprecher zufolge schließlich ein 47-jähriger Verdächtiger, ebenfalls ein russischer Staatsbürger, in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz festgenommen. Der Mann habe keinen Widerstand geleistet.

Hintergründe unbekannt

Über die Hintergründe der Tat ist derzeit noch nichts bekannt. Derzeit gibt es nur Spekulationen. Medienberichte, wonach es sich um einen Auftragsmord mit politischem Hintergrund gehandelt hat, wurden am Sonntag von der Landespolizeidirektion Niederösterreich nicht bestätigt. Auch befindet sich entlang der Brünner Straße im Industriegebiet Seyring ein Hotspot des Autohandels.

Derzeit ermittelt das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat eine Obduktion des Opfers angeordnet.

Der Verdächtige soll laut Schwarzenecker am Sonntag einvernommen werden. Untersuchungen wie etwa die Auswertung von Spuren und weitere Ermittlungen der Kriminalisten in dem Fall dauerten an.