Langschlag

Erstellt am 06. Februar 2019, 08:30

von Markus Füxl

Bison-Jagd mit Schneemobil. Florianis und Mitarbeiter der Wintersportarena Liebenau fingen sieben entlaufene Bisons.

Abenteuerliche Szenen spielten sich im Raum Langschlag ab: Eine Bison-Herde brach am 22. Jänner gegen Mittag aus ihrer umzäunten Weide in Langschlägerwald aus und zog mehrere Kilometer weit durch die verschneite Landschaft. Sie konnten am Mittwoch gegen Mittag unversehrt in das Gatter zurückgebracht werden.

Die Tiere gehören Thomas Baumgartner, der eine Bison Ranch in Mitterschlag betreibt. „Sieben männliche Bisons verbringen aktuell ihre Zeit bis zur Schlachtung auf der sechs Hektar großen Weide in Langschlägerwald“, erklärt Baumgartner im Gespräch mit der NÖN.

„Es hätte auch anders ausgehen können: Wenn die Bisons auf die Bundesstraße gekommen wären, hätte ich sie abschießen müssen.“Besitzer Thomas Baumgartner

Die Tiere gelangten dort über ein Gatter aus Metall in die Freiheit. Weil es viel geschneit hatte, standen die Tiere an dieser Stelle höher als sonst. „Ein Bison dürfte mit einem anderen gerauft haben und ihn über das Gitter gestoßen haben. Die restlichen Tiere sind ihm dann gefolgt“, vermutet Baumgartner.

Die selbe Theorie hat auch der ehemalige Kommandant der Langschläger Feuerwehr, Herbert Wandl: „Da dürfte ein Problemkind dabei sein, ein kleiner Strizzi“, sagt er lachend. Wandl war mit seinen Kameraden im Einsatz: Gemeinsam mit den Florianis der Wehren Kainrathschlag und Bruderndorf halfen sie beim Einfangen der Bisons.

Nach stundenlanger „Jagd“ konnten Thomas Baumgartner (3. v.l.) und Stefan Rentenberger (4. v.l.) von der Bison Ranch in Langschlag gemeinsam mit dem Chef der Rostbar Steffen Frisch, Vereinsmitglied der Wintersportarena Liebenau Stefan Klein und Geschäftsführer der Wintersportarena Andreas Hennerbichler (v.l.) die Bisons zurück in ihr Gehege bringen.  |  Markus Füxl

Erstmals wurden die Tiere beim Gasthaus Binder in Langschlägerwald gesehen. Von dort zog die Herde Richtung Liebenau. Mitarbeiter der Wintersportarena Liebenau unterstützten die Sucher mit einem Schneemobil. Nach mehreren Stunden unterbrachen die Helfer Dienstagabend die Suche erfolglos.

Am Mittwoch nahm Thomas Baumgartner gemeinsam mit den Mitarbeitern der Wintersportarena um 6 Uhr früh die Suche wieder auf. Die Florianis starteten um 8 Uhr ab dem Schilift Liebenau.
Die Tiere dürften die Nacht auf einer präparierten Langlaufloipe in dem Gebiet verbracht haben, dort fanden die Sucher entsprechende Spuren im Schnee. Die Hoffnung, die Tiere lebend zu fangen, schwand am zweiten Tag der Suche, so Baumgartner: „Wenn die Bisons auf die Bundesstraße gekommen wären, hätte ich sie abschießen müssen.“

Die Einsatzkräfte fanden die Tiere schließlich in den Herrschaftswäldern in Liebenau, von wo sie in Richtung Karlstift unterwegs waren. Mit drei Schneemobilen und einem Schneeketten-Quad fuhren die Helfer hinter ihnen her, um sie zurück auf ihre Weide zu treiben.

„Einmal sind sie uns abgehauen in Richtung Maxldorf. Nachdem ein Lkw-Fahrer die Bisons angehupt hat, sind sie brav zurück getrottet“, so Thomas Baumgartner.
Obwohl die Tiere relativ scheu sind, war Vorsicht geboten. „Wenn sie einmal eine Richtung eingeschlagen haben, ziehen sie die durch“, beschrieb Wandl den mühsamen Heimtrieb.

Helfer versperrten den Tieren den Weg

Die Feuerwehr sperrte deshalb mit Einsatzfahrzeugen sowie privaten Fahrzeugen Abzweigungen auf dem Weg zurück zum Gatter. „Weil so viel Schnee lag, sind die Tiere glücklicherweise langsam müde geworden“, sagt Wandl. Die sieben Bisons trotteten teilweise entlang der L172. Einsatzkräfte sperrten die entsprechenden Straßenstücke kurzzeitig für den gesamten Verkehr. Auch die Polizei war über die Aktion informiert.

Kurz vor Mittag gelang es den Helfern schließlich, die Tiere zurück über Schanz in ihre Weide zu treiben. Thomas Baumgartner ist erleichtert und bedankt sich auch bei der Mithilfe der Freiwilligen: „Vor allem ohne den Fahrzeugen der Mitarbeiter der Wintersportarena wäre das nicht gegangen.“