Verkehr in Österreich im April weiter zurückgegangen. Der Verkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ist im April noch stärker zurückgegangen als im März. Dies zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), die sich auf Daten der Asfinag-Zählstellen beruft.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 27. Mai 2020 (07:14)
An Werktagen waren um die Hälfte weniger Fahrzeuge unterwegs
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Unter der Woche hat sich der Verkehr demnach im Vergleich zum April des Vorjahres halbiert, am Wochenende ging er sogar um drei Viertel zurück. Nach einem durch die Coronakrise bedingten Rückgang um 39 Prozent im März ist im April der Verkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen demnach mit minus 57 Prozent noch stärker zurückgegangen. Besonders der ausgebliebene Freizeit- und Oster-Reiseverkehr machte sich bemerkbar.

Der Verkehr ging österreichweit unterschiedlich stark zurück. Auf der Nordost Autobahn (A6) war der Rückgang mit insgesamt 78 Prozent am stärksten, gefolgt von der Karawankenautobahn (A11) mit minus 77 Prozent sowie der Brennerautobahn (A13) und der Arlberg Schnellstraße (S16) mit jeweils minus 74 Prozent. Am geringsten fiel der Verkehrsrückgang auf der Wiener Südosttangente (A23) mit minus 35 Prozent aus.

Mittlerweile gehören Staus aber wieder zum täglichen Straßenbild, wie es vonseiten des VCÖ hieß. Im Laufe des Mai sei der Verkehr wieder deutlich gestiegen und damit auch Verkehrslärm und CO2-Ausstoß. Der Verkehrclub fordert deshalb verstärkte Maßnahmen, um den Kfz-Verkehr auf klimaverträgliche Verkehrsmittel zu verlagern und den Verkehr auf Klimakurs zu bringen.

"Ein Zurück zu den Verkehrslawinen der Vor-Corona-Zeit ist weder der Bevölkerung noch der Umwelt zumutbar", forderte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Es gelte, das Angebot bei öffentlichen Verkehrsmitteln gerade jetzt auszubauen und zu forcieren. "Zum einen schafft der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs Arbeitsplätze und belebt die Konjunktur. Zum anderen sollen überfüllte Züge in Zukunft der Vergangenheit angehören. Aber nicht, weil weniger Menschen mit den Öffis fahren, sondern weil häufigere Verbindungen den Fahrgästen hohe Qualität bieten", meinte Schwendinger.

Abhilfe könnten auch sogenannte Rad-Highways schaffen. So könnten direkte Radverbindungen den Umlandverkehr in die Stadt vom Auto auf das Fahrrad - insbesondere das Elekto-Fahrrad - verlagern. "Auch in Österreich kann das E-Fahrrad ein Game-Changer in der Mobilität werden, vorausgesetzt, die Rad-Infrastruktur wird stark verbessert", so Schwendinger.

Um den Lkw-Verkehr einzudämmen, schlägt der Verkehrsclub vor, Betriebe, die Güter auf die Schiene verlagern, mit einem Klimabonus zu belohnen. Dies könnte auch dadurch gefördert werden, dass betriebliche Gleisanschlüsse von der öffentlichen Hand finanziert werden. Außerdem seien Begünstigungen für den Lkw-Verkehr, wie beispielsweise das Dieselprivileg, abzuschaffen.