Österreichs Wirtschaft wächst wieder schwächer. Österreichs Wirtschaft wird 2019 und 2020 durch die mäßige globale Dynamik gebremst und wächst deshalb schwächer. Vor allem heuer dämpfen die geringeren Exporte die Industrie und damit das BIP insgesamt. Fürs laufende Jahr haben die Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognosen nicht gesenkt, das Wifo nur für 2020. Weiterhin glauben die Institute, dass die Arbeitslosigkeit langsamer sinken wird.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. Juni 2019 (10:53)
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Das Wachstum der heimische Wirtschaft bremst sich ein

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) rechnet für heuer nur mit 1,7 Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nachdem es voriges Jahr real noch 2,7 Prozent zugelegt hatte. Das Institut für Höhere Studien (IHS) sieht in seiner neuen Prognose von Donnerstag - wie schon im März - eine Abschwächung des BIP-Anstiegs auf 1,5 Prozent und erwartet für 2020 weiterhin 1,6 Prozent Plus. Das Wifo dagegen senkte nun seine Erwartung für 2020 von 1,8 auf 1,5 Prozent, wegen der geringeren Anstiege bei Investitionen und Außenhandel.

Anders als die Exporte, die sich durch die international schwächere Konjunktur gedämpfter entwickeln - was vor allem die Industrie belastet -, wächst der Konsum der Privathaushalte bzw. die Binnennachfrage laut Wifo und IHS "robust". Begünstigt wird das von einem anhaltenden Beschäftigungs- und Lohnwachstum. "Der private Konsum bleibt eine wichtige Konjunkturstütze in Österreich", erklärte das IHS.

Wegen des Konjunkturabschwungs der Sachgütererzeugung dürfte Österreich "besonders anfällig für Störungen von außen" sein, so das Wifo in seiner neuen Prognose. In der Gesamteinschätzung würden daher die Abwärtsrisiken aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld dominieren. Das IHS sieht Risiken primär durch eine mögliche weitere Eskalation internationaler Handelskonflikte und einen ungeregelten Brexit.

Mit der Abkühlung der Konjunktur flaut die Beschäftigungsdynamik ab "und der Abbau der Arbeitslosigkeit gerät ins Stocken", so das Wifo: Die Beschäftigung dürfte zwar 2019/20 weiter steigen, vor allem durch eine höhere Erwerbsquote älterer Menschen durch vergangene Pensionsreformen und eine kontinuierliche Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen - aber nicht genug, um eine höhere Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Der Preisauftrieb dürfte gedämpft bleiben, laut Wifo heuer 1,6 Prozent, 2020 1,7 Prozent, nach 2,0 Prozent im Vorjahr. Das IHS geht von den gleichen Teuerungsraten aus: Da der Basiseffekt der 2018 gestiegenen Energiepreise auslaufe, sollte sich der Preisauftrieb in den kommenden Monaten noch geringfügig verlangsamen, heißt es zur Erläuterung.