Doku über KZ-Überlebenden bekam bereits 17 Preise. Eine österreichische Dokumentation über den KZ-Überlebenden Leopold Engleitner hat bereits 17 Preise erhalten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 25. Dezember 2018 (16:27)
APA (Archiv)
Leopold Engleitner war der weltweit älteste KZ-Überlebende

Die jüngste Auszeichnung erhielt "Leiter in der Löwengrube" jetzt beim "Switzerland International Film Festival" in der Kategorie "Best Documentary Film", teilte der Produzent des Streifens, Bernhard Rammerstorfer, der APA mit.

Bei der Schweizer Veranstaltung handelt es sich um ein Online-Filmfestival. Die "Besucher" können sich die Beiträge 24 Stunden lang gratis online ansehen und danach unter dem Button "Rate this film" ihre Wertung abgeben. Der österreichische Film wurde insgesamt 37.000 Mal abgerufen. Zuvor feierte die rumänische Übersetzung der Dokumentation Ende November/Anfang Dezember ihre Premiere in Rumänien und in der Ukraine. Sie wurde dort mit Unterstützung des Österreichischen Kulturforums bei Filmfestivals anlässlich des Gedenkjahres "100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges", "80 Jahre Anschluss" und "70 Jahre Menschenrechte" als rot-weiß-roter Beitrag gespielt.

Leopold Engleitner wurde 1905 in Strobl am Wolfgangsee geboren und wuchs in der Kaiserstadt Bad Ischl auf. Der Prunk der Monarchie missfiel ihm angesichts der bitteren Armut des Volkes. Als im Ersten Weltkrieg Glocken zu Kriegsgerät verarbeitet wurden, verlor er sein Vertrauen in die Kirche. Er wurde Zeuge Jehovas und verweigerte während des Naziregimes den Dienst in der Deutschen Wehrmacht und wurde deswegen verfolgt. Er überlebte vier Jahre lang in den Konzentrationslagern Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück. 1943 wurde er - mit nur 28 Kilo Körpergewicht - in die "lebenslange Zwangsarbeit" entlassen. Als er 1945 noch einen Einberufungsbefehl erhielt, floh er und versteckte sich wochenlang im Gebirge im Salzkammergut. Auch mit über 100 Jahren reiste er immer wieder durch Europa und in die USA, um seine Geschichte jungen Menschen nahezubringen. Er war als 107-jähriger und ältester Überlebender der Nazi-Konzentrationslager auch noch bei der Premiere des Filmes 2012 in Los Angeles dabei. Engleitner starb am 21. April 2013 rund drei Monate vor der Vollendung seines 108. Lebensjahres.