Prozess nach Überfall auf Geldtransporter im Finale. Der Prozess nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Februar 2019 in Linz geht am Freitag ins Finale. Am Vormittag wurde das Beweisverfahren abgeschlossen, ein Urteil war für den Nachmittag oder Abend zu erwarten. Unter den insgesamt acht Angeklagten befindet sich auch einer der Geldboten. Er soll gemeinsam mit seinem Bruder und einem Freund die Tat durchgeführt haben.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 03. Juli 2020 (11:23)
Bei dem Überfall waren rund 2,1 Millionen Euro erbeutet worden
APA (Archiv)

Bei dem Überfall waren rund 2,1 Millionen Euro erbeutet worden, von denen nur ein kleiner Teil sichergestellt werden konnte. Neben den drei laut Anklage ausführenden Tätern - ein irakisches Brüderpaar und ein Armenier - mussten sich noch fünf Helfer, darunter auch die Freundin, die Schwester und eine Tante des Armeniers, verantworten. Den fünf mutmaßlichen Handlangern, von denen einer nicht vor Gericht erschien, wird Hehlerei bzw. Geldwäscherei zur Last gelegt.

Zwei Geldboten wollten in den frühen Morgenstunden des 13. Februar einen Bankomat in einem Nachtklub in der Innenstadt befüllen. Als der Fahrer den Laderaum öffnete, wurde er von einem mit einer Pistole bewaffneten Maskierten überwältigt, in den Wagen gestoßen, gefesselt und geknebelt. Sein 24-jähriger Kollege wurde mit einer Pistole bedroht und genötigt, sich ans Steuer zu setzen und zu einem Parkplatz an der Donaulände zu fahren. Dort bekam er einige Faustschläge versetzt, musste mit seinem Kollegen und einem Räuber die Geldboxen öffnen und den Inhalt in einer Sporttasche verstauen. Damit flüchteten die Täter.

Bei den Ermittlungen entstand schnell der Verdacht, dass einer der Geldboten etwas mit der Sache zu tun habe. So hätte der Iraker mehrmals die Möglichkeit gehabt, einen stillen Alarm auszulösen, ohne dass es jemand gemerkt hätte, sagte die Staatsanwältin. Er tat es aber nicht. Von seinem Bruder, den er per SMS von einer Routenänderung des Transporters informiert haben soll, wurde DNA an den zum Fesseln verwendeten Klebebändern gefunden.

Die Anklage stützt sich u.a. auf DNA-Spuren und Handyauswertungen. Die Beschuldigten - mutmaßliche Haupttäter ebenso wie mutmaßliche Helfer - stritten die Vorwürfe alle ab. Bei einer Verurteilung drohen den Hauptangeklagten bis zu 15 Jahre Haft, den anderen bis zu zehn Jahre.