345 Einsätze in vergangener Woche für ÖAMTC-Flugrettung. Es kam insgesamt zu mehr Haushaltsunfällen und weniger Notfällen in den Bergen.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 26. März 2020 (08:49)
Symbolbild
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Auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und einem auf ein Minimum heruntergefahrenen öffentlichen Leben kommt es zu medizinischen Notfällen. "Daher sind alle unsere 16 Notarzthubschrauber in Vollbetrieb", sagt Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung. Obwohl das Einsatzgeschehen in Summe ein wenig zurückgegangen ist, starteten die gelben Helikopter seit 14. März immerhin zu 345 Einsätzen, 40 davon in den Quarantänegebieten. "Diese Zahl zeigt deutlich, dass ein funktionierendes Flugrettungssystem auch in Ausnahmezeiten eine wesentliche Säule der medizinischen Notfallversorgung in Österreich ist", stellt Kraxner fest.

Mehr Unfälle im Haushalt

Eine Analyse der Zahlen zeigt, dass vor allem neurologische und internistische Notfälle (175 Einsätze) das Einsatzgeschehen in der vergangenen Woche dominiert haben. Einsätze nach Sport- & Freizeitunfällen (10), Verkehrsunfällen (13) sowie Notfällen in den Bergen (21) sind hingegen im Augenblick eher selten. Dafür kommt es vermehrt zu Unfällen im Haushalt (33). In 39 Fällen kam es zu Verlegungsflügen zwischen zwei Krankenhäusern und auch 15 Nachteinsätze wurden von den Christophorus-Crews geflogen. Als einsatzstärkstes Bundesland weist die Statistik Niederösterreich mit 93 Flugrettungseinsätzen aus, gefolgt von Oberösterreich (63 Einsätze), der Steiermark (48), Tirol (40) und Kärnten (29).

Besondere Maßnahmen in Corona-Zeiten

"Bei jedem Einsatz steht natürlich der Schutz der Mannschaft an oberster Stelle", unterstreicht der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, der selbst dieser Tage am Christophorus 2 Dienst hat. "Für Einsätze in Quarantänegebieten oder bei Verdachtsfällen ist die Crew mit Einweghandschuhen, Atemschutzmasken und Schutzanzügen ausgerüstet. Auch wenn man versucht Abstand zu halten, geht es natürlich immer darum, den Patienten bestmöglich zu helfen."

Eine medizinische Notfallversorgung funktioniert nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen. "Gerade die vergangenen Tage haben deutlich gezeigt, dass Lebensrettung Teamarbeit ist", unterstreicht Kraxner. "Ganz gleich, ob im bodengebundenen Rettungsdienst, in den Leitstellen oder in den Krankenhäusern – alle leisten mit dem Ziel, Menschen zu helfen, hervorragende Arbeit."