Früherer US-Präsident George H. W. Bush gestorben. Der frühere US-Präsident George H. W. Bush ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Der Republikaner war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und bis 1993 selbst Regierungschef in Washington.

Von APA Red. Erstellt am 01. Dezember 2018 (08:36)
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Geroge H.W. Bush regierte für eine Amtszeit

Aus seiner Amtszeit ist vor allem der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung. Als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs hatte er sich auch offen hinter die deutsche Einheit gestellt.

Seine Geschwister und er seien "betrübt bekannt zu geben, dass unser lieber Vater nach 94 außerordentlichen Jahren gestorben ist", hieß es in einer von seinem Sohn George W. Bush, von 2001 bis 2009 ebenfalls ehemaliger US-Präsident, im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Erklärung.

Der Verstorbene sei "der beste Vater gewesen, den ein Sohn oder eine Tochter sich wünschen konnte", so die Mitteilung. Die gesamte Familie Bush sei "zutiefst dankbar" für das Leben und die Liebe des 41. Präsidenten der USA. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen.

George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz in seinem Ferienhaus einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl.

Bushs Tod kommt nur wenige Monate nach dem seiner Frau Barbara im April. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet gewesen. Der ehemalige Präsident hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkelkinder.

Der hoch dekorierte Kriegspilot und ehemalige CIA-Chef verbrachte nur eine Amtszeit im Weißen Haus. Eine schwache Wirtschaft verhinderte seine Wiederwahl - stattdessen wurde der 22 Jahre jüngere Demokrat Bill Clinton Präsident. Dieser bezeichnete die Freundschaft zu seinem verstorbenen Amtsvorgänger als eines der größten Geschenke seines Lebens. Dafür werde er immer dankbar sein.

Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, mit der Bush seiner Tochter Chelsea begegnete, von dem ihm eigenen und aufrichtigen Anstand und dessen Zuneigung zu seiner Ehefrau Barbara. Clinton erklärte weiter, er sei für jede Minute dankbar, die er mit Bush verbracht habe.

Die Vorliebe von Bush senior für Stabilität und internationalen Konsens steht in scharfem Kontrast zum Vorgehen des aktuellen Amtsträgers Donald Trump - den Bush als Anhänger derselben Partei nicht wählte. Trump lobte in einer ersten Reaktion die "unerschütterliche Führung" des Verstorbenen. Er habe "Generationen von Amerikanern" inspiriert, erklärte Trump in Buenos Aires.

Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. "Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges", hieß es weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von Bush. Amerika habe einen "Patrioten und bescheidenen Diener" verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. "Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit." Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, "auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen".