83-jährige Frau auf offener Straße erstochen. Kurz nach Mittag hat sich in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) auf offener Straße eine Bluttat ereignet: Dabei soll eine Frau (83) erstochen worden sein.

Von Christian Feigl und Gerhard Brandtner. Update am 16. August 2019 (17:23)

Tatort war die unmittelbare Umgebung vor dem alten Bezirksgericht. Bei dem Täter soll es sich um einen 38-jährigen Rumänen handeln. Er hat auf die Frau mit einem Messer eingestochen. Mehrere Personen wurden Zeugen der Bluttat. Ein Notarzthubschrauber wurde alarmiert und landete in Gloggnitz, die Frau verstarb jedoch noch an Ort und Stelle.

Motiv vorerst unklar

"Der Verdächtige hat sich widerstandlos festnehmen lassen", berichtet Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Das Messer wurde sichergestellt.

Ersten Erkenntnissen zufolge, die zur NÖN durchgesickert sind, sollen sich das Opfer, das aus Gloggnitz stammt, und der rumänische Täter nicht gekannt haben. Der Rumäne war bis vor kurzem noch in einem Pferdegestüt in der Region als Hilfsarbeiter beschäftigt, dürfte aber wegen mangelnder Leistung wieder fortgeschickt worden sein.

Die Frau dürfte er demnach wahllos ausgewählt und grundlos attackiert haben. Sie hatte bei der Messerattacke keine Chance.

Bürgermeisterin Irene Gölles zeigte sich bestürzt: "Im Vordergrund eines solchen abscheulichen Verbrechens steht das Mitgefühl und die Anteilnahme am Leid des Opfers und dessen Familie. Und dieses große Mitgefühl möchte ich hiermit zum Ausdruck bringen. Auch weil ich die Familie des Opfers gut kannte, war doch der Gatte langjähriger Gemeindebediensteter. Es ist erschütternd, dass sich solche Fälle scheinbar grundloser
Aggression gegenüber anscheinend zufällig ausgewählten Opfern, in letzter Zeit häufen und sich nicht mehr nur auf große Städte beschränken. Den Auslöser des Verbrechens kenne ich nicht. Hier gilt es, die Untersuchungen und Aussagen abzuwarten."

Auch Thomas Ruzicka, ehemals Feuerwehrkommandant von Aue, konnte es kaum fassen:
"Die Familie ist im ganzen Ort bekannt und geschätzt, ob ihrer Freundlichkeit und ihres Engagements. Wir sind bestürzt und betroffen. Mein Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunden den Angehörigen."

Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Tatortgruppe war im Einsatz, um Spuren zu sichern. Der Verdächtige soll in den Abendstunden oder am Samstag zur Tat befragt werden. Es handelt sich um die elfte Bluttat an einer Frau in diesem Jahr in Niederösterreich. 

Obduktion angeordnet

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ordnete eine Obduktion der Leiche sowie eine körperliche Untersuchung des Beschuldigten an, um eine eventuelle Alkoholisierung des Mannes festzustellen. "Bisher ist kein Motiv zutage getreten", sagte Erich Habitzl, Sprecher der Anklagebehörde. Nach der Einvernahme des 38-Jährigen werde die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Untersuchungshaft stellen, kündigte er an.