Kneissl-Knicks auf ihrer Hochzeit sorgt für Aufsehen. Dass Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) nach ihrem Tanz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Knicks machte, sorgt für Aufsehen. Die Diskussion in Sozialen Medien und Zeitungen reichen vom Vorwurf der Unterwürfigkeit bis hin zur Rechtfertigung als gutes Benehmen. Von "Kneissls Kniefall vor Putin" schrieb etwa die Zeitung "Österreich".

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. August 2018 (15:32)
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Der Knicks kam am Ende des Tanzes zustande

Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verteidigte die parteiunabhängige Ministerin, die von seiner Partei nominiert worden war. "Manche Journalisten sollten einmal den Knigge lesen", kritisierte er auf Facebook. "Außenministerin Karin Kneissl hat jedenfalls die Ellmayer-Schule (höflicher Knicks von ihr nach dem Tanz, der russische Präsident hat sich im Gegenzug verbeugt) besucht und weiß, was sich gehört. Tanzende Hochzeits-Diplomatie, mit Höflichkeit, Freundlichkeit und gutem Benehmen, besser kann man Österreich nicht vertreten!"

Thomas Schäfer-Elmayer, Chef der Wiener Tanzschule Elmayer, bestätigte gegenüber mehreren Medien, dass ein Knicks am Ende des Tanzes dazugehört. "Bei jeder Ballveranstaltung machen Damen vor ihrem Partner einen Knicks - das tiefe Compliment", sagte Elmayer. Das sei ganz normal, auch bei der Quadrille am Opernball. Auf die Frage, ob er sich einen Knicks auch von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel vor Putin vorstellen könne, meinte er aber: "Nein".

In sozialen Netzwerken gingen die Wogen dennoch hoch. Unterwürfigkeit vor Putin wurde Kneissl vorgeworfen, oder auch Unbedarftheit. Der linke Publizist Robert Misik etwa meinte auf Twitter: "Wie unprofessionell kann man als Außenministerin sein, Bilder zu produzieren, die einen kniend vor Putin zeigen? Auch wenn's nur ein lustiger Knicks nach einem Tanz ist, das weiß man doch, dass man solche Bilder nicht produzieren darf."

Auf dem Video, das der russische Fernsehsender "Russian Today" zeigte, war zu sehen, wie der Bräutigam Wolfgang Meilinger seine Frau an Putin zum Tanz weiterreichte. Kneissl und Putin tanzten. Am Ende machte die Ministerin einen tiefen Knicks. Auch die Ansprache Putins ist auf dem Video verewigt. In Russland sage man "lieber spät als nie", so der Präsident in deutscher Sprache. Er sprach das Brautpaar für den Anlass ungewöhnlich förmlich an: "Sehr geehrte Frau Kneissl, sehr geehrter Herr Meilinger". Und Putin betonte: Es sei ihm eine große Freude, "das gastfreundliche Österreich wieder einmal besuchen zu dürfen".