Bankschließfächer: VSV startet Sammelaktion für Opfer. Der Verbraucherschutzverein (VSV) startet eine Sammelaktion für jene Bankkunden, die Opfer einer Bande von Bankschließfach-Knackern wurden.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 27. November 2020 (16:56)
VSV-Obmann Peter Kolba
APA (Archiv)

Die Täter hatten in insgesamt drei Banken in Niederösterreich und Wien 68 Depots leergeräumt, die Schadenssumme bewegt sich laut Polizei in zweistelliger Millionenhöhe. Der von den Ermittlern veröffentlichte Modus Operandi lasse "auf schwere Sicherheitsmängel schließen", sagte VSV-Obmann Peter Kolba am Freitagabend.

Wir hatten über die Taten berichtet:

Mit der Sammelaktion sollen geschädigte Kunden bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegen die Banken unterstützt werden, führte der Jurist aus: "Ich habe vor 30 Jahren als Konzipient bei einem Rechtsanwalt einen ähnlichen Fall rund um Missbrauch einer Bankomatkarte geführt und gewonnen. Die Situation bei Zahlungskarten hat sich sowohl technisch (Chipkarten) als auch rechtlich zugunsten der Kunden geändert. Es ist aber ungeheuerlich, dass sich die Banken für Selbstbedienungs-Safes heute dieses veralteten Systems bedienen. Dafür müssen sie den Kunden haften."

Die Daten auf dem Magnetstreifen von Bankkarten seien "völlig ungesichert. Es ist ein Leichtes, die Daten auszulesen und Doubletten zu erstellen", kritisierte Kolba.

Es sei zudem eine "grobe Fahrlässigkeit der Bank, diese Saferäume nicht auf angebrachte Minikameras zum Ausspionieren von PIN-Codes zu prüfen", ebenso "die Sicherheitssysteme nicht zu verbessern, obwohl es in Deutschland bereits ähnliche Raubzüge gab". Zudem findet er es "völlig unverständlich, weshalb es offenbar kein Alarmsystem gab, obwohl sich die Täter stundenlang in dem Saferaum befanden".

In einer akkordierten Aktion hatten insgesamt sechs Personen am 13. November in der Zeit von 18.00 bis 23.14 Uhr die automatischen Safe-Anlagen in den drei Banken angegriffen.

Geleert wurden 31 Schließfächer einer Bank-Austria-Filiale in Klosterneuburg (Bezirk Tulln), 29 der Mödlinger Raiffeisen Regionalbank sowie acht einer Raiffeisen-Filiale in Wien-Döbling. Einlass verschafften sich die Täter in die Geldinstitute, indem sie zuvor das Zutrittssystem manipuliert hatten.

S E R V I C E

Betroffene können sich via www.verbraucherschutzverein.at/Sammelaktion-Banksaferaub zur Sammelaktion anmelden